zur Navigation springen

Dreister Einbruch : 500 Schließfächer aufgebrochen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Mindestens ein Täter drang in der Nacht zum Montag in die Zentrale der Förde-Sparkasse ein. Er plünderte die Sparbuch-Schließfächer, dabei fielen ihm wohl auch Schmuck und Bargeld in die Hände. Die Alarmanlage hat nicht angeschlagen

Das dürfte ein Albtraum für jeden Sparer sein: Einbrecher plünderten am Wochenende Hunderte von Sparbuch-Schließfächern in der Zentrale der Förde-Sparkasse am Lorentzendamm in der Kieler Innenstadt. Für einige der Betroffenen könnte es mit einem Totalverlust enden. Denn wer in diesen schmalen Fächern Wertsachen wie Schmuck oder Geld aufbewahrte, hat wohl keinen Anspruch auf Schadenersatz. „Das ist extrem bedauerlich“, erklärte gestern André Santen, einer der beiden Sparkassen-Sprecher.

In einer knappen Mitteilung gab die Polizei gestern Nachmittag den Einbruch bekannt, der sich in der Nacht von Sonntag auf Montag ereignet hatte. Dabei wurden insgesamt 500 Sparbuch-Schließfächer aufgebrochen. „Von den 500 Fächern sind aber nur 200 vermietet gewesen“, teilte die größte Sparkasse Schleswig-Holsteins mit. Den Schaden konnte man gestern noch nicht abschätzen. Die Kunden wurden bereits am Montag angeschrieben und, wo möglich, auch telefonisch über den Einbruch informiert.

Bei den gewaltsam geöffneten Boxen handelt es sich um kleine, nur wenige Zentimeter hohe Schließfächer, die eigentlich nur zum Aufbewahren von Sparbüchern gedacht sind. Allerdings hinterlegen manche Kunden in diesen Fächern auch Wertgegenstände. Flacher Schmuck passt ebenso hinein wie Bargeld. Dies sei aber vertraglich nicht vorgesehen, sagte Santen. Aus seiner Sicht ist klar: Gestohlene Sparbücher sind versichert, Wertgegenstände nicht.

Eine betroffene Kundin sagte gestern: „Wir wussten, dass die Fächer nur für Sparbücher sind, dachten aber, dass es trotzdem sicher ist und dass unser Geld besser bei der Sparkasse aufgehoben ist als zu Hause. Wir haben uns die aufgebrochenen Fächer angeguckt und sind entsetzt, wie leicht sie offenbar zu knacken sind. Es ist nur dünnes Blech, unsere ganze Reihe wurde aufgebrochen.“

Insgesamt 1200 Sparbuch-Schließfächer bietet die Sparkassen-Zentrale ihren Kunden an. Für die Nutzung berechnet die Sparkasse 12 Euro im Jahr. Die größeren Tresorfächer, die auch Wertsachen aufnehmen können, kosten dagegen je nach Größe 50 bis 110 Euro jährlich. Sie sind in einem gesonderten Bereich untergebracht, extra gesichert – und vom aktuellen Einbruch nicht betroffen.

Das Risiko, mit gestohlenen Sparbüchern Geld abzuheben, hält Santen für gering: „Wir haben alle Filialen angewiesen, nur noch gegen Vorlage eines Ausweises Geld von Sparbüchern auszuzahlen.“ Normalerweise sei dies erst bei Beträgen über 2000 Euro notwendig, aber jetzt habe man die Grenze für die Legitimation auf Null gesetzt.

Auf Bildern einer Überwachungskamera ist laut Polizei um 2.30 Uhr am Montagmorgen ein Mensch zu sehen. Ob mehrere Täter den Einbruch verübten, blieb zunächst unklar. Polizei-Sprecher Oliver Pohl erklärte auf Nachfrage: „Der oder die Täter stiegen durch ein nicht besonders gut gesichertes Fenster in das Gebäude ein, gingen dann über einen Flur in das Foyer. Bilder der Überwachungskamera zeigen eine Person, die dort die Fächer aufhebelt.“ Ob die Person maskiert war, wollte die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen nicht sagen. Warum ging kein Alarm los? André Santen gab die Antwort: „Nicht die gesamte Außenhaut der Hauptstelle ist gesichert. Starke Sicherheitsvorkehrungen gibt es in der Schrankfachanlage für Wertgegenstände.“

zur Startseite

von
erstellt am 07.Mär.2017 | 19:49 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen