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Kiel

28. September 2016 | 08:52 Uhr

Kiel rüstet um : 2040 sollen nur noch E-Busse rollen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Beim Tag des Nahverkehrs warb die Kieler Verkehrs-Gesellschaft (KVG) gestern für den Busverkehr als Klimaretter. Zugleich wurde das Konzept für die technische Modernisierung vorgestellt: Ab 2040 soll die Busse keine Treibhausgase mehr ausstoßen.

Die Rechnung ist einfach. Autos, die in die Stadt fahren, sind meist nur mit ein oder zwei Personen besetzt. Busse hingegen besitzen eine deutlich höhere Transportkapazität. Folgerung: Wer in Großstädten wie Kiel ehrgeizige Klimaziele anstrebt, kann – neben dem Einsatz der Bahn – auf den modernen Busverkehr nicht verzichten. Denn umgerechnet auf die Umweltbelastung pro Passagier schlägt der Bus den Privatwagen um Längen. Das demonstrierte die Kieler Verkehrsgesellschaft (KVG) gestern beim bundesweiten Tag des Nahverkehrs. KVG-Geschäftsführer Andreas Schulz nutzte die Gelegenheit, um zugleich auf die technische Umrüstung der Kieler Busflotte hinzuweisen. Spätestens im Jahre 2040 sollen sämtliche Linienbusse voll elektrisch fahren – und den Ausstoß umweltbelastender Stoffe auf Null reduzieren.

Der Einstieg in das verbrennungsfreie Zeitalter soll bereits im kommenden Jahr erfolgen (siehe auch die gesonderte Zeittafel): Fünf Diesel-Hybrid-Gelenkwagen werden zunächst auf der Linie 11 eingesetzt. Die Strecke reicht von der Kanal-Haltestelle in der Wik rund um die Förde bis nach Dietrichsdorf, führt also vorwiegend durch eng bebaute Quartiere. Von den modernen Hybridern verspricht sich die KVG eine spürbar leisere An- und Abfahrt an den Haltepunkten. Soll heißen: Rollt der Bus im Elektro-Modus vor, ist er kaum noch zu hören. Für KVG-Chef Schulz steht fest: „Wir kaufen neue Technik, sobald sie Serienreife besitzt und bezahlbar ist.“

Nach Berechnungen des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) fallen beim Privatauto 142 Gramm Treibhausgase pro Person und Kilometer an, der Bus kommt mit 76 Gramm aus. Anders ausgedrückt: Bei einer Zehn-Kilometer-Tour im modernen Linienbus lassen sich 660 Gramm schädlicher Emissionen einsparen. Das machte die KVG gestern bildhaft. Vertreter von Kooperationspartnern wie dem Theater Kiel oder dem Fußballverein Holstein Kiel bekamen einen 660 Gramm schweren Leinenbeutel mit der Aufschrift „Sparsack“ in die Hand gedrückt. An der Reventloubrücke gab es dann ein Gruppenfoto vor dem Bus. Die Botschaft war klar: Gemeinsam können wir’s schaffen!  

ZEITTAFEL:
> 2017/18: Beschaffung von fünf Diesel-Hybrid-Gelenkwagen;
Einsatz auf der Linie 11;
zugleich Ausrüstung des Betriebshofes an der Werftstraße mit Netzstation und Lademöglichkeit für 20 Fahrzeuge
> 2019: Aufbau von Lademasten, sogenannter „Pantographen“, an den Endhaltestellen der Linie 11 für die Zwischenladung (voll-)elektrischer Linienbusse;
zugleich Ankauf von mindestens vier weiteren Hybrid-Fahrzeugen
> 2020/21: Beschaffung von weiteren zehn Fahrzeugen für die Linie 11
> 2022 bis 2027: Ankauf von sieben Fahrzeugen jährlich
> 2018 bis 2040: Ankauf von mindestens 13 Fahrzeugen jährlich
> 2040: Abschluss der Umstrukturierung: Spätestens in diesem Jahr soll die E-Mobilität der KVG 100 Prozent erreichen.

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erstellt am 16.Sep.2016 | 21:12 Uhr

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