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Regionales

10. Dezember 2016 | 09:50 Uhr

Russische Luxus-Yacht in Kiel : Illegales Burma-Teak auf der „Sailing Yacht A“?

vom

Die Inneneinrichtung der Luxusyacht sorgt für Schlagzeilen. Es geht um 1278 Stücke Teakholz aus fragwürdiger Quelle.

Kiel | Beim Bau der „Segelyacht A“ auf der Werft German Naval Yards in Kiel wurde möglicherweise illegales Tropenholz verwendet. An Bord des 200 Millionen Euro teuren Luxus-Seglers, der Mitte Oktober erstmals ein Segel hisste, soll in Burma geschlagenes Teak-Holz verbaut worden sein. Das berichtet „Spiegel Online“ unter Berufung auf eine Recherche der Umweltschutzorganisation Environmental Investigation Agency (EIA).

Burma-Teak wird wegen seiner Widerstandsfähigkeit vornehmlich im Bootsbau verwendet und hat eine höhere Dichte als Plantagenholz. Das von Korruption geplagte Burma hatte 2014 eigentlich den Export von wild wachsendem Teak-Holz verboten. Die Abholzung  des Luxusgutes hatte die Waldfläche zwischen 1960 und 2010 mehr als halbiert.

Es hat sich laut der EIA-Recherche herausgestellt, dass die spanische Firma Teak-Solutions, die auf dem deutschen Markt operiert, seit Jahren gute Kontakte zum staatlichen burmesischen Holzhandelsunternehmen MTE unterhält. Der Inhaber der Firma soll die „Segelyacht A“ sogar als Beispiel für ein aktuelles Projekt seiner Firma genannt haben.

Der Agentur vorliegende Dokumente belegen, dass 1278 Stück Teakholz von Teak-Solutions an die Rendsburger Traditionswerft Nobiskrug GmbH geliefert wurden. Offenbar wurden sie auf der Yacht verbaut. Die EIA hatte sich für die Analyse der illegalen Holzströme als Holzhändler getarnt.

Man habe die Sorgfaltspflichten mißachtet, die mit der europäischen Holzhandelsverordnung EUTR einhergehen, lautet der Vorwurf der EIA. Gemäß der neuen Verordnung ist es verboten, Holz und Holzerzeugnisse aus illegal geschlagenem Holz auf dem EU-Binnenmarkt in Verkehr zu bringen. Holzeinkäufer müssen laut EUTR Informationen über ihre Lieferanten und Kunden erbringen können, um die problemlose Rückverfolgbarkeit des Holzes zu gewährleisten und sie müssen die Fällgenehmigungen sowie die Holzquelle vorher prüfen.

Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) prüft den Fall und stellte gegenüber „Spiegel-Online“ klar, dass Dokumente aus Burma allein nicht ausreichen, um Legalität gemäß der EUTR-Vorgaben zu bescheinigen. Der Chef von Teak Solutions weist die Vorwürfe zurück. Es sei der „ehrenhafteste“ Weg, die Ware direkt vom Staatsunternehmen zu beziehen. Dort sei alles geprüft worden, man habe über die öffentliche Ausschreibung und eine Exportgenehmigung seine Sorgfaltspflicht eingehalten.

Ein Sprecher des Yachteigentümers Andrej Melnitschenko erklärte gegenüber Spiegel Online, die Anschuldigungen seien„ komplett falsch, unwahr und haltlos“. Alle Materialen kämen nur von besten, weltweit anerkannten Spezialisten und genügten allen gesetzlichen Anforderungen. Anderslautende Behauptungen seien diffamierend und führten zu heftigen juristischen Konsequenzen.

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erstellt am 18.Okt.2016 | 14:45 Uhr

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