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Hamburg

06. Dezember 2016 | 21:49 Uhr

Hamburg : Zahl schwerer Gewaltvorfälle an den Schulen gestiegen

vom

202 Taten seien insgesamt gemeldet worden. Für den Anstieg gibt es verschiedene Gründe.

Hamburg | Die Zahl schwerer Gewaltvorfälle an Hamburgs Schulen ist im vergangenen Schuljahr um rund zehn Prozent gestiegen. Insgesamt seien 202 Taten gemeldet worden, 19 mehr als im Jahr zuvor, teilte die Schulbehörde am Mittwoch mit. Da im gleichen Zeitraum aber auch die Zahl der Schüler um etwa 2000 auf rund 250.000 zugenommen habe, sei der Anteil der Gewaltmeldungen im Vergleich zu früheren Jahren ungefähr gleich geblieben.

Außerdem seien die Kinder wegen des Ausbaus des Ganztagsangebots deutlich länger in den Schulen. „Das bedeutet: mehr gute Noten, mehr schlechte Noten, mehr Begegnungen, mehr Freundschaften, aber eben auch 19 zusätzliche Raufereien und Gewalttaten im Schuljahr“, erklärte Schulsenator Ties Rabe (SPD).

Die CDU-Opposition warf Senator Rabe dagegen vor, mit einer skandalösen Verwässerung der Gewaltmelderichtlinie die Öffentlichkeit über die wahre Situation täuschen zu wollen. „Die eklatante Zunahme der Gewaltdelikte im Bereich der gefährlichen Körperverletzung zeigt erneut, dass körperliche Gewalt an unseren Schulen ein zunehmend gravierendes Problem für Schüler und Lehrer darstellt“, sagte die CDU-Schulexpertin Karin Prien. Die Zahlen legten nahe, dass die nicht mehr erfassten einfachen Körperverletzungen „erst recht durch die Decke gehen“. Die Richtlinie müsse sofort geändert werden. „Und wir wollen wissen, an welchen Schulen es wirklich brennt und welche Ursachen das hat, damit wirksam gegengesteuert werden kann.“

Senator Rabe betonte, Gewalt dürfe nicht toleriert werden. „Jeder Fall von Gewalt an Schulen ist ein Fall zu viel.“ Behörde und Pädagogen gingen jeder Tat intensiv nach, führten sehr ernste Gespräche mit den Schülern, informierten Eltern und schalteten die Polizei ein. „Es gibt Strafen, aber auch Beratungsgespräche und Vereinbarungen zur Wiedergutmachung“, sagte Rabe. Gleichzeitig betonte er: „Im letzten Schuljahr gab es 202 meldepflichtige Gewaltvorfälle - jede Großstadt mit (...) 250.000 Einwohnern wäre froh, wenn sie so sicher und gewaltarm wäre.“ Die meisten Fälle schwerer Körperverletzung wurden an Schulen im Bezirk Wandsbek gemeldet - 53 bei knapp 52.000 Schülern -, die wenigsten in Eimsbüttel. Dort waren es 7 bei knapp 31.500 Schülern.

In 89 Prozent aller Vorfälle seien Jungen involviert, in elf Prozent Mädchen verwickelt gewesen. Nach Schulformen unterschieden ereigneten sich 42 Prozent aller Vorfälle an Stadtteilschulen, 38 Prozent an Grundschulen und 10 Prozent an Sonderschulen. Die Berufsschulen meldeten 7 Prozent, die Gymnasien 3 Prozent der Vorfälle.

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erstellt am 14.Sep.2016 | 19:38 Uhr

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