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Hamburg

30. September 2016 | 15:28 Uhr

Hamburg : Wo alte Autobatterien ihre Wiederauferstehung erleben

vom
Aus der Onlineredaktion

Im Hamburger Hafen liefert ab sofort ein neuer Stromspeicher Energie. Der Clou: Er besteht aus ausgedienten Akkus.

Hamburg | Das ist vermutlich Hamburgs ungewöhnlichstes „Kraftwerk“: Im Hafen liefert ab sofort ein Stromspeicher aus 2600 Autobatterien Energie zum Ausgleich des Netzes. Bei „Battery 2nd Life“ wird Strom aus erneuerbaren Quellen in ausgedienten Akkus aus Elektromobilen zwischengespeichert. Weil von Solar- und Windkraftanlagen nur schwankend Strom liefern, braucht es zum Ausgleich hocheffiziente Speichermethoden.

Da die Batterien durch das System eine längere Lebensdauer haben, tragen sie zum Umweltschutz bei. „Batteriespeicher werden in Zukunft wesentlich dazu beitragen, auch die Elektromobilität nochmals nachhaltiger zu gestalten“, sagt auch Bernhard Blättel, Vize-Präsident Mobilitätsdienstleistungen und Energy Services der BMW Group.

Für E-Mobile sind die Batterien zwar zu schwach geworden, doch als Module im Hamburger Pionier-Speicher sind sie allemal noch zu gebrauchen. Vattenfall-Norddeutschland-Chef Pieter Wasmuth sagte bei der gestrigen Inbetriebnahme: „Unser erklärtes Ziel ist es, diese Batteriespeicher in das Energiesystem zu integrieren und einer Vielzahl solcher kleinen lokalen Anlagen über den Stromhandel einen Marktzugang zu verschaffen.“

Mit im Boot sitzen Bosch, das die Anlage gebaut hat, sowie der Automobilhersteller BMW. Aus dessen Stromfahrzeug BMW i stammen die Altakkus, die nun nahe dem Kreuzfahrtterminal Steinwerder zu einer größeren Einheit zusammengeschaltet worden sind und dort einen zweiten Lebenszyklus erfahren.

Der Akku-Großspeicher verfügt über eine Leistung von zwei Megawatt (MW) und eine Kapazität von 2800 Kilowattstunden. Damit könnte die Einheit einen durchschnittlichen Zwei-Personen-Haushalt sieben Monate lang mit Strom versorgen. Der zwischengelagerte Strom fließt allerdings nicht in die allgemeine Versorgung. Vattenfall vermarktet die Energie ausschließlich zur Stabilisierung des Netzes. Der Speicher erbringt eine sogenannte Primärregelleistung die notwendig ist, um die Netzfrequenz von 50 Hertz aufrechtzuerhalten. „Primärregelleistung“ muss innerhalb weniger Sekunden zur Verfügung stehen.

„Battery 2nd Life“ war 2013 gestartet worden und ist auf fünf Jahre angelegt. Die Partner erhoffen sich neue Erkenntnisse über das Alterungsverhalten und die Speicherkapazität von gebrauchten Lithium-Ionen-Batteriemodulen. Über den Stromspeicher nahe dem Cruise Center hinaus gibt es zwei weitere Maßnahmen. Seit 2014 dienen gebrauchte Batterien in der Hafencity als Zwischenspeicher und Leistungspuffer für Schnellladesäulen. Auch wird der Eigenverbrauch aus der Photovoltaikanlage des Vattenfall-Heizwerks Hafencity auf diese Weise maximiert.

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erstellt am 22.Sep.2016 | 18:12 Uhr

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