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Hamburg

28. September 2016 | 22:27 Uhr

Reeperbahn und Jungfernstieg : Wieder Übergriffe in Hamburg – Polizei gibt Warnschuss ab

vom
Aus der Onlineredaktion

Die Polizei hat in der Nacht zu Sonntag erneut starke Präsenz gezeigt. Die Bilanz: drei vorläufige Festnahmen.

Hamburg | Am ersten Wochenende nach Bekanntwerden der sexuellen Attacken auf Frauen in der Silvesternacht in Hamburg hat die Polizei deutlich verstärkte Präsenz auf der Reeperbahn gezeigt. Sowohl Freitag- als auch Samstagnacht war eine Hundertschaft im Einsatz. Insgesamt wurden laut Polizei in der Nacht zum Samstag 275 Menschen überprüft. Die Zahl der Anzeigen stieg unterdessen allein in Hamburg auf 133. In Köln sind es 200.

In der Silvesternacht ist es in Köln und Hamburg zu Übergriffen auf Frauen gekommen - mittlerweile ist nachgewiesen, dass auch Asylbewerber unter den Tätern waren. Seitdem diskutiert ganz Deutschland über die Folgen der Ereignisse.

Samstagnacht gab es drei vorläufige Festnahmen. Ein 28 Jahre alter betrunkener habe zusammen mit seinen Komplizen im Alter von 28 und 26 Jahren zwei Frauen mit einer Handfeuerwaffe bedroht, teilte die Polizei am Sonntag mit. Die beiden Frauen versteckten sich daraufhin hinter einem Fahrzeug und verständigten die Polizei. Da der 28-jährige Tatverdächtige beim Eintreffen der Zivilfahnder nicht reagierte, gab einer der Beamten einen Warnschuss ab. Der Mann konnte dann überwältigt werden. Die Beamten stellten seine scharfe Schusswaffe sicher. Die Personalien des Trios wurden aufgenommen, dann wurden die Männer von der Polizei entlassen. Die Nationalität der Männer wurde von der Polizei bislang nicht bekanntgegeben.

Polizei sucht Zeugen nach Übergriff auf dem Jungfernstieg

Bereits seit Freitagnacht ermittelt die Sonderkommission in einem Fall, der sich auf dem Jungfernstieg ereignete. Laut Polizeiangaben soll eine Frau von mehreren Jugendlichen sexuell belästigt worden sein. Ein bislang unbekannt gebliebener Zeuge meldete sich im HVV-Büro am Alsteranleger und teilte mit, dass eine Gruppe junger Männer mit Migrationshintergrund eine Frau belästigen würden. Die Polizei erhielt zudem einen Notruf von einem Busfahrer, der von einer Frau einen gleichen Sachverhalt geschildert bekam. Die Frau hatte sich an den Busfahrer gewandt. Zivilfahnder überprüften daraufhin eine Personengruppe, die auch Glasfaschen zerschlagen haben soll. Es handelte sich um acht Personen(17 bis 24 Jahre alt) aus Afghanistan. Die Beamten stellten die Personalien fest.

Nach aktuellem Ermittlungsstand hat zumindest eine Person aus der Personengruppe die junge Frau, die vermutlich in Begleitung von zwei weiteren Frauen war, sexuell belästigt. Die Frau soll den Mann weggestoßen haben. Daraufhin soll dieser eine Flasche in Richtung der Frau geworfen haben. Gegen einen Afghanen wurde ein Strafverfahren wegen illegalen Aufenthaltes eingeleitet. Fünf weitere erhielten einen Platzverweis für den Jungfernstieg. Eine Person wurde nach erkennungsdienstlicher Behandlung von der Polizei entlassen. Die Polizei bittet das Opfer, mögliche Begleiterinnen sowie sämtliche Zeugen, sich bei dem Landeskriminalamt unter der Rufnummer 040/4286-56789 zu melden.

Michael Neumann mit der Polizei auf Streife

In der Nacht zum Sonntag waren auch Hamburgs Innensenator Michael Neumann (SPD) und Polizeipräsident Ralf Martin Meyer vor Ort und machten sich ein Bild von der Lage. Der Sprecher der Innenbehörde, Frank Reschreiter, sagte, es sei den beiden vor allem darum gegangen, mit den Polizisten zu reden und sich zu informieren. „Wir wollen deutlich machen, dass man auf St. Pauli sicher feiern kann“, zitierte das „Hamburger Abendblatt“ Polizeipräsident Meyer.

Neben der Hundertschaft waren auch die Reiterstaffel und Videowagen im Einsatz. Beamte mit Kameras am Körper, sogenannten Bodycams, seien ebenfalls unterwegs gewesen, sagte der Polizeisprecher. Nach seinen Angaben will die Polizei auch an den nächsten Wochenenden Stärke demonstrieren.

Augenzeugen schilderten das Geschehen auf der Reeperbahn als eher ruhig. Es seien nicht so viele Partygänger unterwegs gewesen.

Unterdessen hat ein Reporter auf der Reeperbahn mit Türstehern gesprochen, die die Vorfälle in der Silvesternacht beobachtet haben:

 
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erstellt am 10.Jan.2016 | 14:14 Uhr

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