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Hamburg

02. Dezember 2016 | 21:14 Uhr

Hamburgs Hashtags mal anders : Wie zwei Instagram-Fotografen die Hansestadt in ein anderes Licht rücken

vom
Aus der Onlineredaktion

Die Lieblingsmotive des einen sind Pfützen, die des anderen Treppenhäuser. Beide haben damit bei Instagram Erfolg.

Hamburg | Ob Aufnahmen spiraler Formen von Treppenhäusern, Schiffskräne am Hafen, die sich in einer Pfütze spiegeln oder Architektur in Stadtteilen wie der City Nord, die sonst nicht in das typische Bild von Hamburg passt - auf Instagram erfreuen sie sich großer Beliebtheit. Der Foto- und Video-Sharingdienst ist mehr als nur eine Plattform für Menschen, die ihren Narzissmus ausleben möchten. Neben Beauty- und Foodbloggern gibt es auch Hobby-Fotografen, die sich auf die Suche nach den schönsten oder ungewöhnlichsten Motiven in der Hansestadt machen. Dabei muss es nicht immer der Hafen oder die Innenstadt sein.

Hafen, Elphi, Michel, Alster: Typisch Hamburger Motive gibt es in den sozialen Netzwerken millionenfach und täglich werden es mehr. In Hamburg gibt es aber auch User, die die Hansestadt kunstvoll in Szene setzen.

Kay Palapies ist für seine Aufnahmen auch gern in Stadtteilen wie etwa Steilshoop unterwegs. „Das ist zwar nicht Hochglanz, aber auch Steilshoop ist ein Teil von Hamburg und das Leben ist ja nun auch nicht immer Hochglanz“, findet der 40-Jährige. Er ist seit fünf Jahren bei Instagram aktiv und im „analogen“ Leben Steuerfachangestellter. Nach der Arbeit und am Wochenende erkundet er mit seinem Smartphone die Stadt. Das scheint zu gefallen - mittlerweile hat Kay alias „nordisch_by_nature_“ über 17.000 Follower. Seine Lieblingsmotive sind Pfützen, in denen sich die Stadt spiegelt. Falls es in Hamburg mal nicht regnet, findet er trotzdem an den Landungsbrücken immer Spritzwasser von den Fähren, die er für ein Foto nutzen kann. Unter dem Hashtag #puddlegram (englisch für Pfütze) postet er die Bilder dann auf seinem Account.

 

Bei der künstlerischen Fotografie ist er schnell auf den Geschmack gekommen: „Es ist wie eine Art Wettlauf. Man hat bestimmte Motive und möchte immer wieder etwas Neues entdecken. Die Stadt ist so groß und hat unglaublich viel zu bieten und so kam es irgendwann, dass ich tagtäglich losgegangen bin und Fotos gemacht habe“, erzählt er. Geld verdient Kay mit seinen Bildern nicht, jedoch hat er schon öfter Angebote bekommen, Produkte auf seinen Fotos zu platzieren. Dies habe er jedoch immer angelehnt. Ein bis zwei Stunden verbringt er im Schnitt pro Tag mit der App.

Der Online-Dienst, der zu Facebook gehört, bietet auch die Möglichkeit, neue Bekanntschaften zu schließen. Auf sogenannten „InstaWalks“ oder „InstaMeets“ treffen sich Fotografie-Begeisterte, um sich auszutauschen oder um sich zusammen auf die Jagd nach neuen Motiven zu begeben. Er und Andrés Lin (31) haben sich über Instagram kennengelernt. Sie wurden durch ihre Bilder und die Kommentarfunktion aufeinander aufmerksam.

Andrés kommt ursprünglich aus Costa Rica und arbeitet in Hamburg als Ingenieur. Er lebt seit zwölf Jahren in Deutschland und ist auf der Plattform unter dem Pseudonym „anlinsh“ bekannt. „Durch Instagram habe ich Hamburg ganz neu entdeckt. An manchen Ecken bin ich früher tagtäglich vorbeigelaufen, ohne sie mir genau anzuschauen“, erzählt er.

<p>Instagram-Fotograf Andrés Lin hat wiederum einen anderen Schwerpunkt: Treppenhausarchitektur.</p>

Instagram-Fotograf Andrés Lin hat wiederum einen anderen Schwerpunkt: Treppenhausarchitektur.

Foto: dpa
 

Treppenhäuser sind seine Lieblingsmotive. Er mag aber auch Symmetrien, Linien und besondere Perspektiven - mittlerweile nicht nur aus Hamburg. „Ich wäre vor ein paar Jahren nie auf die Idee gekommen, einfach in irgendwelche Häuser reinzugehen, um zu gucken, wie sie von innen aussehen“. Für den Eintritt gibt er sich manchmal als Architektur-Student aus.

Mehr als 10.000 User folgen ihm mittlerweile. Durch Instagram ist auch er weltweit vernetzt. „Als ich in Tokio war, habe ich einen anderen Instagramer angeschrieben, dem ich schon vorher lange gefolgt bin. Wir haben uns dann vor Ort getroffen und zusammen Bilder gemacht. Er hat mir die interessantesten Ecken der Stadt gezeigt“, erzählt Andrés.

Instagram-Fotos sind mittlerweile nicht nur virtuell zu finden. Es gibt auch Galerien, welche die mobilen Fotos ausstellen. Die Seite „WeloveHH“ etwa organisierte im Juni eine Ausstellung am Oberhafen. Die Bilder wurden ausgedruckt, verkauft und der Erlös gespendet. Fotos von Kay und Andrés wurden dort auch gezeigt. 

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erstellt am 24.Okt.2016 | 10:20 Uhr

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