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Hamburg

10. Dezember 2016 | 07:58 Uhr

Eishockey : Wie die Fans die Hamburg Freezers retten wollen

vom

Bis Dienstag wollen sie zwei Millionen Euro aufbringen. Und sie bekommen prominente Unterstützung.

Hamburg | Können Sie es schaffen, ihren Verein zu retten? Fest steht: Die Fans machen mobil für die Hamburg Freezers. Auch Eishockey-Erstligisten wie die Eisbären Berlin, Iserlohn Roosters, Düsseldorfer EG, Red Bull München, Kölner Haie, Straubing Tigers, Krefeld Pinguine und Nürnberg Ice Tigers solidarisierten sich mit den Norddeutschen und veranstalteten in ihren Städten Aktionen. „Was sich da abspielt, ist einmalig. Wahnsinn“, sagte Thomas Bothstede von der Geschäftsführung der Freezers am Sonntag. Fußballer von St. Pauli und HSV-Stürmer Pierre-Michel Lasogga schlossen sich ebenfalls an.

Gibt es in den kommenden Tagen keine Lösung, droht Hamburg abseits des Fußballs immer mehr zur Sportlos-Stadt zu verkommen. Nach dem bitteren Aus für die Olympia-Bewerbung 2024, der Insolvenz der HSV-Handballer und dem freiwilligen Abstieg der VTA-Volleyballerinnen droht auch der Verlust der hochklassigen Profirad-Veranstaltung Cyclassics. In der Hansestadt würden dann nur noch der HSV und der FC St. Pauli höherklassigen Sport bieten.

Rund 1500 Anhänger des Vereins aus der Deutschen Eishockey Liga hatten sich am Samstag vor der Spielstätte Barclaycard-Arena versammelt, um für den Erhalt des Clubs in der höchsten deutschen Spielklasse zu demonstrieren. Darunter waren auch Trainer Serge Aubin, Sportchef Stéphane Richer sowie einige Spieler.

Freezers-Besitzer Anschutz Entertainment Group (AEG) aus den USA hatte vor wenigen Tagen verkündet, aus Kostengründen keine Lizenz für die nächste Saison zu beantragen. Das jährliche Defizit soll bei zwei bis 2,5 Millionen Euro liegen, heißt es. AEG wolle sich aus wirtschaftlichen Gründen in der DEL künftig allein auf den weit erfolgreicheren Rekordmeister Eisbären Berlin zu konzentrieren. Zuletzt hatten sich die Freezers nicht einmal für die Pre-Playoffs qualifizieren können. „Seit 2011 ist unser Ziel, uns auf ein Team zu beschränken“, sagte Tom Miserendino, der Präsident von AEG Europe.

Kapitän Christoph Schubert hatte zu Spenden aufgerufen. Unterstützt wird er von Hockey-Nationalspieler Moritz Fürste. Eine Aktion läuft im Internet über die Crowdfunding-Plattform fairplaid.com, wo bis Sonntagvormittag knapp 90.000 Euro zugesagt worden waren.

Die Unterstützer wollen bis Dienstag rund zwei Millionen Euro aufbringen, um das Defizit auszugleichen, damit AEG das Team eine weitere Saison spielen lassen kann. In dieser Zeit soll ein neuer Geldgeber gesucht werden.

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erstellt am 22.Mai.2016 | 12:23 Uhr

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