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Hamburg City-Nord : Vorbereitungen für Abriss: Post-Pyramide weicht Neubau

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Eine Sanierung wäre unwirtschaftlich gewesen. Der Neubau, Projektname „Ipanema“, soll 200 Millionen Euro kosten.

Hamburg | Es wird ein Abbruch für den Aufbruch: In Hamburgs City Nord haben die Vorbereitungen für den Abriss eines der markantesten Gebäude begonnen. Die Post-Pyramide am Überseering weicht einem Neubaukomplex mit 520 Wohnungen, Büros und Läden - ein unübersehbareres Zeichen für die Renaissance der Bürostadt aus den 1960ern. Die Pläne für das neue Gebäudeensemble unter dem Projektnamen „Ipanema“ seien „absolut positiv“, freut sich Sylvia Soggia, Quartiersmanagerin der City Nord. Der Verfall der Post-Pyramide habe dem Image der City Nord nicht gut getan.

Der ehemalige Sitz der Oberpostdirektion (Fertigstellung: 1977) ist ein wuchtiges und doch erhaben wirkendes Bauwerk, in dem einst 1400 Mitarbeiter tätig waren. Als „Affenfelsen“ verspottet, galt die Büroburg vielen stets als Sinnbild für seelenlose Betonarchitektur der damaligen Zeit. Andere preisen sie als erhaltenswertes Architektur-Relikt des Brutalismus. Unter Denkmalschutz steht das 14-geschossige Haus nicht, nur die City Nord als Ganzes.

Nach der Privatisierung brauchte die Deutsche Post AG ihr norddeutsches Hauptquartier nicht mehr und verkaufte es im Jahr 2005. In den folgenden Jahren gab es einige Ideen für die weitere Nutzung, aber nie ein tragfähiges Konzept: Hotel, Fitnessstudio, Flüchtlingsunterkunft – nichts davon wurde Wirklichkeit. Die neuen Eigner - ein Konsortium aus dem Projektentwickler Hamburg Team, dem Immobilienentwickler Christmann sowie dem Bauträger Otto Wulff - haben sich zu Abriss und Neubau entschlossen. Investitionsvolumen: rund 200 Millionen Euro. Eine Sanierung des Betonklotzes wäre aus ihrer Sicht wegen der Asbestverseuchung, mangelhaften Brandschutzes sowie ungünstiger Raumzuschnitte unwirtschaftlich gewesen.

So soll das neue Gebäude an gleicher Stelle aussehen.
So soll das neue Gebäude an gleicher Stelle aussehen. Foto: Christmann
 

Dagegen kritisieren Architekturfreunde das Ende des Wahrzeichens. Marco Alexander Hosemann, Vorsitzender des City-Hof e.V., sagt: „Wenn man es wirklich gewollt hätte, hätte man die Post-Pyramide sanieren können.“ Der scheidende Oberbaudirektor Jörn Walter lasse den Abriss aber geschehen. Weshalb Hosemann bissig feststellt: „Schade, dass zunehmend Investoren unsere Stadt gestalten beziehungsweise zerstören und nicht der Oberbaudirektor. Die Post-Pyramide werden wir vermissen. Walter nicht.“

Zuletzt freuten sich nur noch Graffiti-Sprayer an dem verwaisten Bau, gelegentlich auch Spezialeinheiten der Polizei, die dort Einsätze übten. Damit ist es nun vorbei. Seit Anfang März grenzen Bauzäune das Gelände ab, erste Bäume sind gefällt. Es folgen die Schadstoff-Sanierung und der Ausbau der haustechnischen Anlagen. Ab dem Sommer sollen sich dann die Abrisskommandos ans Werk machen. Die Fertigstellung des Neubaus ist für Ende 2019 angepeilt.

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erstellt am 20.Mär.2017 | 15:33 Uhr

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