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Hamburg

07. Dezember 2016 | 09:38 Uhr

Hamburg : Virtueller Rundgang im Haus von Helmut Schmidt: Eine Entdeckungstour

vom

Ein kleiner Abstecher in die Kellerbar, oder ein genauer Blick auf private Fotos? Ein Internet-Rundgang macht das möglich.

Hamburg-Langenhorn | Ein bisschen mulmig in der Magengegend kann es einem schon werden, wenn man das Büro von Altkanzler Schmidt betritt. Nicht weil die Möbel geschmacklos sind, oder hier ein anderer unangenehmer Anblick lauert: In einer 360 Grad-Ansicht im Internet kann seit Donnerstag Haus und Garten von Helmut Schmidt virtuell besichtigt werden. Auch Überkopf-Schwenks und schnelle Wechsel vom Fußboden zum Bücherregal sowie wieder zurück an die Decke sind mit einem einzigen Mausklick möglich - bis es einem schwummrig wird vor Augen.

Helmut Schmidt starb am 10. November im Alter von 96 Jahren. Er und seine Ehefrau Loki hatten verfügt, dass ihr Wohnhaus nach ihrem Tod in ein offen zugängliches Museum umgewandelt wird.

Kunstwerke von Emil Nolde und Marc Chagall schmücken die Wände auf dem Weg zum Arbeitszimmer.

Kunstwerke von Emil Nolde und Marc Chagall schmücken die Wände auf dem Weg zum Arbeitszimmer.

Foto: Filmreif TV
 

Wer das Hamburger Wohnhaus von Helmut und Loki Schmidt besuchen möchte, wird dazu von „Zeit“-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo in ein „virtuelles Museum“ eingeladen. Seit dem 10. November, in diesem Jahr dem ersten Todestag des Altkanzlers, bietet die Helmut-und-Loki-Schmidt-Stiftung auf ihrer Homepage einen von di Lorenzo geführten Rundgang durch Wohnhaus, Archiv und Garten im Stadtteil Langenhorn.

Aber auch eine eigene Entdeckertour durch das Anwesen ist per Klicks möglich, teilte die Stiftung am Donnerstag mit. Eingesetzt werden eine 360-Grad-Panoramafotografie sowie Videos, Audio-Beiträge und weitere Internetlinks. Verantwortlich für die Umsetzung ist die Hamburger Produktionsfirma „Filmreif TV“. „Noch nie zuvor wurden in einem vergleichbaren 360°-Crossmedia-Projekt derart komplexe Funktionen zusammengeführt und auf Basis von Panoramafotografie für die Nachwelt konserviert“, teilte Geschäftsführer Peter Ritterhoff am Donnerstag mit.

Die einzelnen Bilder können mit einem Mausklick vergrößert werden.

Die einzelnen Bilder können mit einem Mausklick vergrößert werden.

Foto: Filmreif TV
 

Die zahlreichen Lithografien, Ölbilder oder Portraits an der Wand der Halle werden größer, wenn man mit der Maus darüber fährt. Kunstwerke von Emil Nolde und Marc Chagall schmücken die Wände auf dem Weg zum Arbeitszimmer. Wer zum Beispiel auf die Garderobe oder den Flügel klickt, bekommt zusätzliche Informationen zu Schmidts Vorliebe für Elblotsen sowie seiner Leidenschaft für das Klavierspiel und klassische Musik.

Rotbraune Sofas stehen im Wohnzimmer des Hauses: Gemütlich ist es hier zwischen den bunten Teppichen, die den Boden schmücken. Das sowohl bekannte Persönlichkeiten, als auch Freunde gerne und lang hier gesessen haben, kann man sich gut vorstellen.

Wer auf den Flügel klickt, bekommt zusätzliche Informationen zu Schmidts Leidenschaft für das Klavierspiel und klassische Musik.

Wer auf den Flügel klickt, bekommt zusätzliche Informationen zu Schmidts Leidenschaft für das Klavierspiel und klassische Musik.

Foto: Filmreif TV
 

Herzstück fast jeden Raumes ist die umfassende Bibliothek: Vor allem die Arbeitszimmer sind mit langen Bücherwänden eingerichtet. In den Regalen stehen außerdem zahlreiche Erinnerungsstücke, zum Beispiel Fotos, die der Sozialdemokrat dort platziert hatte. Auch Feuerzeuge und (Dreh-)Aschenbecher sind in fast jedem Raum zu finden.

Aschenbecher, Feuerzeug und Zigaretten: Wichtige Utensilien, die in beinahe jedem Raum zu sehen sind.

Aschenbecher, Feuerzeug und Zigaretten: Wichtige Utensilien, die in beinahe jedem Raum zu sehen sind.

Foto: Filmreif TV
 

In der legendären Kellerbar hätte man sich gern mal einen Drink mit Schmidt genehmigt. Mit seinen zahlreichen Spirituosen, Buddelschiffen und Gemälden alter Segelboote ist dieser Ort im Haus besonders sehenswert. 30 Jahre lang wurden hier die legendären „Freitagsgesellschaften“ der Schmidts mit prominenten Teilnehmern gefeiert.

In der legendären Kellerbar hätte man sich gern mal einen Drink mit Schmidt genehmigt.

In der legendären Kellerbar hätte man sich gern mal einen Drink mit Schmidt genehmigt.

Foto: Filmreif TV
 

Das Schlafzimmer sowie die Küche des populären SPD-Politikers und seiner ebenfalls verstorbenen Frau Loki (sie lebte von 1919 bis 2010) bekommen die „Museumsgänger“ leider nicht zu sehen. Begleitet wird die Tour durch den Garten von sommerlichem Vogelgezwitscher - im Haus wird klassische Musik gespielt.

Das Ehepaar Schmidt - beide sind Ehrenbürger der Hansestadt - hatte die Stiftung 1992 gegründet. Sie soll Wissenschaft und Forschung fördern. Schon kurz nach dem Tod des Politikers gab es Bestrebungen, das Domizil der Schmidts im Stadtteil Langenhorn für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Da ein ein Museum mit den befürchteten Massen von Besuchern dort allerdings nicht umsetzbar war, sollte zumindest die virtuelle Begehung als Alternative einen einigermaßen umfassenden Einblick ermöglichen.

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erstellt am 16.Nov.2016 | 10:46 Uhr

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