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Hamburg

29. September 2016 | 10:25 Uhr

Apartimentum : Vernetztes Wohnen in Hamburg: „Das intelligenteste Haus weit und breit“

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Eigentlich sollte es ein ganz normales Hamburger Mietshaus werden, nun lebt das Projekt „Apartimentum“ von dem Komfort modernster Technik. Xing-Gründer und Bauherr Lars Hinrichs glaubt an seine vernetzte Wohnwelt.

Die zwei Zentner schwere Wohnungstür öffnet sich, sobald sich der Mieter nähert, das Licht begleitet ihn durch sein Zuhause und beim Verlassen der Wohnung ist der Fahrstuhl bereits auf dem Weg, um den Bewohner abzuholen. Der Schlüssel zu diesem Luxus ist das Smartphone, über das die Wohnung seinen Mieter identifiziert. In der von Lars Hinrichs geschaffenen Wohnwelt mit dem gewichtigen Namen „Apartimentum“ ist alles miteinander vernetzt. Doch es geht eigentlich nicht um die Technik – der Gründer des Online-Karrierenetzwerks Xing setzt auf Wohngefühl, sagt er. Seine Mieter sollen sich um möglichst wenig kümmern müssen. Das heißt eben auch, dass eine Meldung kommt, wenn Milch oder Waschmittel leer sind, ein Paket in der zentralen Post-Abgabe angekommen ist oder dass das Badewasser aus der Ferne eingelassen werden kann. Alle Funktionen laufen über das Smartphone.

„Auf dem Mietmarkt gab es nicht wirklich viel Neues in den letzten Jahren“, sagt Hinrichs. Auch er wollte das 1908 gebaute Haus im villenreichen Hamburger Stadtteil Rotherbaum zunächst zu einem ganz normalen Mietshaus umbauen. Doch auf den Kauf im Jahr 2010 folgten vier Jahre, in denen er sich mit einem ansässigen italienischen Restaurant und dem Denkmalschutz auseinandersetzen musste. Ärgerlich? Nicht wirklich, sagt der 39-Jährige. Es reiften die Ideen, den Apartmentkomplex ganz besonders werden zu lassen. So besonders, dass sich das Wohnen in dem 35-Millionen-Euro-Bau nicht für normale Mieter eignet: Ausgelegt ist die durchtechnistierte und voll ausgestattete Luxus-Wohnwelt auf Menschen, die beruflich viel in der Weltgeschichte unterwegs sind. 4000 bis 11  500 Euro Gesamtmiete pro Monat kostet das Vergnügen.

Vor zwei Jahren begannen schließlich die Umbauarbeiten. Ende des Monats ziehen die ersten Mieter ein. Von den bislang 20 fertiggestellten Wohnungen sei eine „gute“ Anzahl vermietet, sagt er. Über genaue Zahlen schweigt er sich aus, gibt sich aber zufrieden. „Ein paar Mängel gibt es noch“, räumt Hinrichs ein. Aber keiner davon betreffe die Technik. Überrascht habe ihn das nicht, sagt er. Er glaubt an das Digitale und Vernetzte. Und sein Projekt sei „das intelligenteste Haus weit und breit“. Dass die Daten über den Alltag des Mieters in einer Cloud abgespeichert werden, sieht Hinrichs als nicht problematisch an: „Die Daten werden separat voneinander gespeichert und verschlüsselt“, eine Profilbildung der Mieter sei nicht möglich. Die enorme Gewichtung des Datenschutzes sei ohnehin ein sehr deutsches Phänomen, sagt er. Und: „Bei Facebook gibt man mehr Daten von sich preis, als in der Wohnung“, ist sich Hinrichs sicher.

Auch bei einem Stromausfall sei man auf der sicheren Seite: Mit Batterien sei gewährleistet, dass die Technik weiter funktioniere. „Wenn länger als zwei Wochen der Strom ausfällt, haben wir ganz andere Probleme.“

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erstellt am 16.Sep.2016 | 17:12 Uhr

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