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Hamburg

09. Dezember 2016 | 12:48 Uhr

Polizei sucht Zeugen : Vermisste Millionärin aus Leer vermutlich tot

vom

Im Fall einer vermissten Millionärin aus dem ostfriesischen Leer ist ein 55-jähriger Mann festgenommen worden.

Mit einer Leiche im Auto ist ein Mann aus Ostfriesland quer durch Norddeutschland gefahren. Irgendwo an der Autobahn 1 zwischen Bremen und Hamburg legt er die Tote unter Reisig ab, fährt weiter nach Hamburg und parkt den Wagen dort ordnungsgemäß.

Viel mehr erfährt die Öffentlichkeit bisher nicht über den verhafteten 55-Jährigen. Er wird dringend verdächtigt, eine 66 Jahre alte Frau getötet zu haben. Die Millionärin aus Leer wird seit Ende Oktober vermisst. „Der Mann hat nur den Transport der Leiche gestanden“, sagt Polizeichef Johannes Lind am Montag in Leer. Dort ist die Mordkommission inzwischen fest davon überzeugt, dass die wohlhabende Frau einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist.

Hinweise darauf gibt es offensichtlich genug: In einem Cafe in Bingum, das die Galeristin bis zu ihrem Verschwinden betrieb, hat die Polizei Spuren eines Verbrechens und Blut des Opfers gefunden.

Hinweise finden sich auch im Auto des Opfers, einem auffälligen und kostspieligen Wagen der Marke Jaguar. Das Landeskriminalamt habe den Wagen „von links auf rechts gedreht“, sagt Oberstaatsanwältin Katja Paulke.

Der Verdächtige hat das Fahrzeug vor dem Haus in Hamburg abgestellt, in dem die vermisste Frau eine Wohnung besitzt. Der gebürtige Bochumer soll früher in Ludwigshafen, in Emden und in Hotels in Leer gewohnt haben. Zuletzt bezieht er eine Wohnung in der Villa des Opfers - ob es zu einem Verhältnis mit der Frau kommt, lässt die Polizei offen. Damit bleibt auch ein Motiv unklar.

Und wie erklärt der Verhaftete selbst die Umstände am Tatort und im Auto? „Den Transport der Toten hat er eingeräumt, zur Tötung oder anderen Umständen macht er jedoch keine Angaben“, sagt der Leiter der Mordkommission „Villa“, Werner Brandt. Ein Mordfall ohne Leiche ist aber problematisch für die Ermittler, solange der Verdächtige schweigt.

Nun soll die Öffentlichkeit bei der weiteren Aufklärung helfen: Welcher Zeuge erinnert sich an den Jaguar, wer hat den Wagen vor fast drei Wochen auf oder in der Nähe der Autobahn 1 gesehen? Bislang haben die Ermittler mehrere Schauplätze in Ostfriesland erfolglos abgesucht und dabei auch Spürhunde, ein Sonarboot an der Ems und eine Kameradrohne eingesetzt.

Polizeichef Lind hofft auf neue Erkenntnisse bei Suchaktionen an der Autobahn. Er rechnet jedoch mit dem Schlimmsten: „Wir gehen davon aus, dass die Frau tot ist.“

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erstellt am 14.Nov.2016 | 16:24 Uhr

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