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Hamburg

05. Dezember 2016 | 15:36 Uhr

Aus Hamburg-Lurup : Vermisste Hilal aus Hamburg - Polizei prüft Zusammenhang mit NSU

vom

Vor 17 Jahren ist das türkische Mädchen verschwunden. Jetzt werden DNA-Spuren abgeglichen.

Hamburg | Mehr als 17 Jahre nach dem Verschwinden des Hamburger Schulmädchens Hilal prüft die Polizei nun einen Zusammenhang mit dem rechtsextremistischen „Nationalsozialistischen Untergrund“ (NSU). „DNA-Spuren werden abgeglichen“, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag zu entsprechenden Medienberichten. Es gebe aber noch keine konkreten Hinweise, dass eine Verbindung besteht.

Anlass für die Untersuchungen ist der kürzlich bekannt gewordene Fund von DNA-Spuren des mutmaßlichen NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt am Fundort der Leiche der kleinen Peggy in Thüringen. Sollten der NSU tatsächlich etwas mit ihrem Tod zu tun haben, wirft das noch einmal ein ganz neues Licht auf die Terror-Gruppe.

Das türkische Mädchen Hilal aus dem Hamburger Stadtteil Lurup hatte im Januar 1999 ein gutes Halbjahrszeugnis nach Hause gebracht. Der Vater erlaubte der damals Zehnjährigen, sich Süßigkeiten im benachbarten Einkaufszentrum „Elbgaupassage“ zu kaufen. Seitdem ist Hilal verschwunden. Jahrelange umfangreiche Ermittlungen führten nicht zum Auffinden des Mädchens. Auch andere Fälle mit Kindern würden nun noch mal überprüft, sagte der Polizeisprecher.

Auch in Thüringen: Dort hat eine Sonderkommission die Ermittlungen aufgenommen. In Jena, wo das mutmaßliche NSU-Trio um Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe aufgewachsen war, gab es in den 90er Jahren drei Kindsmorde. Zwei von ihnen sind noch immer nicht geklärt.

1993 verschwand in Jena ein Neunjähriger, er wurde zwölf Tage später tot am Ufer der Saale in einem Gebüsch gefunden. Böhnhardt war damals einer der Verdächtigen. Ihm konnte jedoch nichts nachgewiesen werden. Auch das Verschwinden und der Tod einer Zehnjährigen aus Jena 1996 konnte bislang nicht aufgeklärt werden.

Hintergrund ist der Fund der Leiche der kleinen Peggy: 2001 war die Neunjährige im oberfränkischen Lichtenberg verschwunden. In diesem Sommer waren Skelettteile von ihr in einem Wald in Thüringen entdeckt worden. Nun wollen die Ermittler herausbekommen, ob Böhnhardt etwas mit dem Tod der Schülerin zu tun hat. Auch Kinderporno-Dateien wurden auf einem Computer des NSU entdeckt.

Der Rechtsextremist Böhnhardt soll zusammen mit Uwe Mundlos und Beate Zschäpe laut Bundesanwaltschaft jahrelang unerkannt gemordet haben. Die Gruppe erschoss zwischen 2000 und 2007 nach Erkenntnissen der Ermittler neun türkisch- und griechischstämmige Kleinunternehmer und eine Polizistin. Mundlos und Böhnhardt töteten sich im November 2011 nach einem Banküberfall, um einer drohenden Festnahme zu entgehen.

Zschäpe stellte sich der Polizei. Seit Mai 2013 muss sie sich vor dem Münchner Oberlandesgericht verantworten.

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erstellt am 20.Okt.2016 | 11:20 Uhr

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