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Hamburg

29. Mai 2016 | 21:06 Uhr

Asklepios-Kliniken : Umfrage: Klinik-Patienten fürchten vor allem multiresistente Keime

vom

Die Angst vor dem Krankenhaus ist wie die Angst vorm Fliegen. Wer in eine Klinik geht, muss dem Arzt vertrauen. Eine Umfrage zeigt, wovor sich die Deutschen am meisten fürchten.

Hamburg | Fast zwei Drittel der Deutschen (65 Prozent) haben laut einer Umfrage Angst, sich bei einem Krankenhausaufenthalt mit einem multiresistenten Keim anzustecken. Das ergab eine repräsentative Online-Umfrage des Frankfurter Instituts Toluna im Auftrag der Asklepios-Kliniken. Knapp die Hälfte der Befragten (49 Prozent) fürchtet demnach Behandlungsfehler, gut ein Drittel (35) hält es für möglich, dass das Operationsbesteck verunreinigt ist. Ein Drittel (33) äußerte die Sorge vor Komplikationen bei einem Eingriff.

Der Klinikkonzern präsentierte die Studie vor dem internationalen Tag der Patientensicherheit an diesem Donnerstag. Der Geschäftsführer der Asklepios-Kliniken Hamburg, Thomas Wolfram, wies am Dienstag auf das strenge Hygienemanagement in den rund 150 Gesundheitseinrichtungen des Konzerns hin, sowie auf zahlreiche Kontrollmaßnahmen und ein System zum Erkennen und Aufarbeiten von Fehlern. Der Chirurg sagte aber auch: „Medizin ist ein Handwerk, und eine 100-prozentige Sicherheit gibt es nicht.“

Er verglich die Angst vor dem Krankenhaus mit der Angst vor dem Fliegen: „Wenn man im Flieger sitzt, kann man nur noch darauf vertrauen, dass die Leute im Cockpit ihren Job ordentlich machen.“ Anfang des Jahres hatte die Infektion von mehr als 30 Patienten mit multiresistenten Keimen in der Kieler Uni-Klinik für großes Aufsehen gesorgt. Auch in den Asklepios-Kliniken gab es solche Fälle. Ein infizierter Patient aus Osteuropa wurde nach einem Kollaps am Flughafen als Notfall eingeliefert. Im vergangenen Jahr waren gravierende Hygienemängel im Uniklinikum Mannheim (Baden-Württemberg) bekannt geworden. Nach Darstellung von Wolfram werden multiresistente Keime aber meist ins Krankenhaus eingeschleppt. 80 Prozent der Patienten, die bei Asklepios positiv getestet wurden, hatten die gefährlichen Erreger schon vor ihrem Klinikaufenthalt.

Er sprach sich für das niederländische System aus, die Patienten möglichst vor ihrer Aufnahme auf resistente Keime zu testen. Ein solches Screening könnten die niedergelassenen Ärzte machen. Dies müsste aber als Leistung anerkannt werden. „Das wäre wirklich etwas Einfaches“, sagte der Geschäftsführer. Das Robert-Koch-Institut habe klare Richtlinien zur Erkennung von Risikopatienten herausgegeben.

Um Fehler zu vermeiden, haben die Asklepios-Kliniken vor zwei Jahren ein internes Meldesystem aufgebaut. Das sogenannte Critical Incident Reporting System funktioniert nach dem Vorbild der Luftfahrt. Jeder kann anonym auf Schwachstellen aufmerksam machen. Bislang sei es rund 5000 Mal genutzt worden. Um eine von vielen Patienten befürchtete Verwechselung auszuschließen, gibt es ein Armband mit Namen und Geburtsdatum, meist auch mit einem Strichcode.

Asklepios hält sich zugute, auch die gravierenden Behandlungsfehler in der Strahlenklinik St. Georg selbst entdeckt zu haben. Zwischen 2010 und 2013 waren zehn Patienten in elf Fällen mit teils deutlich zu niedrigen Dosen behandelt worden. Zu Tode gekommen sei durch die Bedienfehler eines Medizin-Physikers jedoch niemand, ergab ein unabhängiger Untersuchungsbericht im Auftrag der Gesundheitsbehörde. Die Fehler seien vernünftig aufgearbeitet worden, versicherte Wolfram. Ein Audit der Behörde vor zwei Wochen habe bestätigt, dass die richtigen Schlüsse gezogen und umgesetzt worden seien.

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erstellt am 15.Sep.2015 | 15:47 Uhr

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