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Hamburg

06. Dezember 2016 | 17:08 Uhr

Reeperbahn : Übergriffe an Silvester: Angeklagte weisen Vorwürfe zurück

vom

Drei Männer sollen eine 18-Jährige an Silvester sexuell bedrängt haben. Sechs Verhandlungstage sind angesetzt.

Hamburg | Am Landgericht Hamburg hat der Prozess gegen drei Männer begonnen, die in der Silvesternacht eine 18-Jährige auf St. Pauli sexuell bedrängt haben sollen. Beim Prozessauftakt am Dienstag wiesen die Angeklagten die Vorwürfe zunächst zurück.

Die sexuellen Übergriffe in der Silvesternacht in mehreren deutschen Städten hatten bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Für die Polizei gestaltete sich die Aufklärung der vielen Fälle sehr schwierig. Zum einen wegen der hohen Anzahl an Anzeigen, zum anderen wegen der teilweise sehr undurchsichtigen Beweislage.

Der Anwalt eines der Angeklagten erhob Zweifel an der Aussage der 18-Jährigen. Sie habe in einer ersten Vernehmung keine genauen Angaben zu den Tätern machen können. Der Anklage zufolge sollen sich die Männer in der Silvesternacht mit weiteren, bislang nicht identifizierten Männern verabredet haben, um aus einer Gruppe heraus gezielt Frauen zu bedrängen und die Verwirrung für Diebstähle zu nutzen. Dabei soll einer der Angeklagten versucht haben, das Handy der 18-Jährigen Klägerin zu entwenden.

Im Gerichtssaal wurden Aufnahmen einer Menschenmasse im Bereich der Vergnügungsstraße Große Freiheit gezeigt, die das Geschehen in der Silvesternacht dokumentieren sollen. Sie zeigen unter anderem eine junge Frau, die von Männern umringt ist. Als Zeuge war ein 30-jähriger Fotograf geladen, der die Bilder in der Silvesternacht angefertigt hatte. Einzelne Taten habe er nicht beobachten können, sagte er aus. Die Lage sei sehr unübersichtlich gewesen. Er erinnere sich jedoch an viele weinende Frauen. 

Die Staatsanwaltschaft warf den Angeklagten vor, eine Lage ausgenutzt zu haben, in der ihnen die 18-jährige Klägerin schutzlos ausgeliefert gewesen sei, „mit dem Vorsatz, die Geschädigte in ihrer Ehre herabzuwürdigen.“ Einer der Angeklagten ist nach eigenen Angaben minderjährig. Das Gericht äußerte daran Zweifel. „Wir haben ein Altersgutachten und gehen davon aus, dass sie älter sind“, sagte die Richterin. Der Anklage zufolge sind Angeklagten 22, 24 und 26 Jahre alt.

Insgesamt sollen in der Silvesternacht in Hamburg mehr als 400 Frauen belästigt worden sein. Für den Prozess sind bis Anfang Dezember weitere fünf Verhandlungstage angesetzt. In einem Prozess im Mai 2016 wurde ein Angeklagter bereits freigesprochen.

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erstellt am 18.Okt.2016 | 13:20 Uhr

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