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Hamburg

08. Dezember 2016 | 15:30 Uhr

Hamburger Reederei : UASC-Fusion soll Hapag-Lloyd aus roten Zahlen bringen

vom
Aus der Onlineredaktion

Die Linienreederei Hapag-Lloyd schreibt zum Halbjahr rote Zahlen. Die Fusion mit der arabischen UASC soll die Wende bringen.

Hamburg | Nach roten Zahlen im ersten Halbjahr 2016 hofft die Linienreederei Hapag-Lloyd auf eine schnellstmögliche Billigung ihrer Fusion mit der arabischen UASC. „Der Zusammenschluss wird uns jährliche Nettosynergien in Höhe von mindestens 400 Millionen US- Dollar (361 Million Euro) bringen, die zum Teil bereits im nächsten Jahr greifen sollten“, teilte Hapag-Vorstandschef Rolf Habben Jansen am Mittwoch mit. Bislang erwarteten beide Unternehmen eine Zustimmung der international zuständigen Wettbewerbsbehörden bis Jahresende.

Der verschärfte Preiskampf im Container-Geschäft drückte die Hamburger Reederei im zweiten Quartal wieder tief in die roten Zahlen. In den Monaten April bis Juli fuhr das Unternehmen nach Angaben vom Mittwoch einen Verlust von 99 Millionen Euro ein. Ein Jahr zuvor hatte die Gesellschaft noch 29 Millionen Euro Gewinn erzielt. Seit Jahresbeginn ist ein Nettoverlust von 142 Millionen Euro (Vorjahreshalbjahr: plus 157,2 Mio Euro) aufgelaufen. „Das Halbjahresergebnis ist enttäuschend“, räumte der Vorstandschef ein.

Die erzielten Einsparungen aus dem 2015 erfolgten Zusammenschluss mit der chilenischen Reederei CSAV reichten nicht aus, um den Rückgang der Transportpreise auszugleichen, berichtete Habben Jansen. „Auch wenn die Frachtraten zuletzt in der Hochsaison in verschiedenen Fahrtgebieten wieder angestiegen sind, kommt diese Erholung später als wir es erwartet haben.“ Die Raten lagen im ersten Halbjahr bei 1042 Euro pro Standardcontainer (TEU) nach 1296 Euro im Vorjahreszeitraum. Transportiert wurden in diesem Berichtszeitraum nahezu unverändert 3,7 Millionen TEU. Der Umsatz sank auf rund 3,79 Milliarden Euro ein - nach 4,7 Milliarden im Vorjahreshalbjahr.

Auf Grund des schwierigen Marktumfelds sei es daher „umso wichtiger, die Transaktion mit UASC schnellstmöglich umzusetzen“, teilte Habben Jansen mit. Bei der Fusion mit der United Arab Shipping Company (UASC) geht es Hapag-Lloyd nicht allein um Marktzugänge, sondern auch um die Flotten der beiden Unternehmen. „Das fusionierte Unternehmen hat eine sehr junge, sehr effiziente Flotte und das sollte es uns ermöglichen, sehr kostengünstig zu werden“, hatte der Vorstandschef im Juli angekündigt. Es führt dann 237 Schiffe mit einer Transportkapazität von rund 1,6 Millionen Standardcontainern.

Für das Gesamtjahr rechnet Habben Jansen seit Juli mit einem deutlich rückläufigen Ebit (Gewinn vor Steuern und Zinsen), nachdem er zuvor noch eine deutliche Steigerung anvisiert hatte. 2015 hatte Hapag-Lloyd vor Zinsen und Steuern 366 Millionen Euro verdient. Mit einer Eigenkapitalquote von 44,4 Prozent und einer Liquiditätsreserve von rund 775 Millionen Euro sei Hapag-Lloyd im internationalen Wettbewerb gut aufgestellt, bekräftigte das Unternehmen.

Der CSAV-Fusion hatten im Juli wesentliche Gremien und die Hauptaktionäre zugestimmt. Die Investmentgesellschaften des Emirats Katar und Saudi-Arabiens werden mit 14,4 und 10,1 Prozent der Aktien neue Kerngesellschafter. Sie wollen mit CSAV (künftig 22,6 Prozent) sowie dem Logistik-Unternehmer Klaus-Michael Kühne (14,6 Prozent) eine Kapitalerhöhung um 400 Millionen Euro stemmen. Dieser müssen die Aktionäre auf ihrer Hauptversammlung am 26. August in Hamburg noch zustimmen. Danach wird der Anteil der Stadt Hamburg von 14,9 Prozent weiter verwässert.

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erstellt am 10.Aug.2016 | 12:42 Uhr

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