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Hamburg

11. Dezember 2016 | 03:23 Uhr

Landgericht Hamburg : Streit im Flüchtlingsheim: Angeklagter Jugendlicher freigesprochen

vom

Einem 19-jährigen Afghanen wurde vorgeworfen, einen christlichen Iraner aus religiösen Motiven attackiert zu haben. Doch das Gericht hat Zweifel.

Hamburg | Im Prozess um den Angriff eines Afghanen auf einen Iraner in einer Hamburger Flüchtlingsunterkunft hat das Landgericht den Angeklagten freigesprochen. Es gebe Anhaltspunkte dafür, dass es Notwehr gewesen sein könnte, begründete die Vorsitzende der Jugendkammer, Anne Meier-Göring am Donnerstag ihr Urteil. Der etwa 19 Jahre alte Afghane habe keine Tötungsabsicht gehabt.

In der Anklage hieß es zu Beginn, der Angeklagte habe den Iraner angegriffen, weil der zum Christentum konvertiert sei. Dies habe sich nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft im Prozess jedoch nicht bestätigt. Sie hatte zuvor in ihrem Plädoyer eine Haftstrafe von einem Jahr und acht Monaten auf Bewährung gefordert. Der Verteidiger hatte in seinem Plädoyer an dem vorherigen Prozesstag Freispruch gefordert.

Die Staatsanwaltschaft in Hamburg hatte dem Mann zunächst vorgeworfen, am 18. Oktober 2015 gegen 20.30 Uhr in der Zentralen Erstaufnahmeeinrichtung im Hörgensweg im Stadtteil Eidelstedt einem 24-jährigen Iraner zwei Mal mit einem Teleskopschlagstock auf den Kopf geschlagen zu haben. Mitarbeiter hätten damals verhindern können, dass der Afghane ein weiteres Mal zuschlagen konnte. Der Iraner erlitt bei der Attacke eine Gehirnerschütterung sowie Platzwunden an Scheitelbein und Augenbraue. Er musste ins Krankenhaus.

Angaben zufolge hatten Bewohner des Flüchtlingsheims den Tatverdächtigen nach dem Angriff zunächst festhalten können. Dann konnte ihn aber eine andere Gruppe von 15 bis 20 Personen befreien. Er flüchtete und tauchte unter. Wenige Tage später wurde ein Haftbefehl erlassen. Mitte Dezember wurde er dann in einer Erstaufnahmeeinrichtung im Stadtteil Bahrenfeld wiedererkannt und verhaftet.

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erstellt am 01.Sep.2016 | 11:13 Uhr

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