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Hamburg

04. Dezember 2016 | 05:00 Uhr

Verdi : Streiks an Flughäfen: Auch Flüge von Hamburg betroffen

vom

Bodenpersonal und Feuerwehren lassen an sechs Flughäfen die Arbeit ruhen. Das hat auch Folgen für den Norden Deutschlands.

Frankfurt/Main | Zehntausende Fluggäste müssen sich am Mittwoch auf Verzögerungen und Ausfälle einstellen. Mit dem Beginn der Frühschicht haben an sechs deutschen Flughäfen die angekündigten Warnstreiks der Gewerkschaft Verdi begonnen.

Insgesamt mussten die Fluggesellschaften Lufthansa und Air Berlin wegen des Warnstreiks Hunderte Flüge streichen und die Passagiere auf andere Flüge oder die Bahn umbuchen.

Die Fluggesellschaften empfehlen Reisende sich vorab genau über den Status ihres Fluges zu informieren:

 

Ein Überblick:

Frankfurt am Main: Hier ruht beim Bodenpersonal seit dem frühen Morgen die Arbeit, wie ein Verdi-Sprecher sagte. Ab 8 Uhr werde auch die Flughafen-Feuerwehr streiken. Ohne Feuerwehr ist ein Flugbetrieb aus Sicherheitsgründen nicht mehr möglich.

Hannover: Seit dem Morgen bestreiken die Mitarbeiter in Hannover die Bodenabfertigung, Verkehrsdienste sowie Verwaltung und Technik, sagte ein Gewerkschaftssprecher. 12 Abflüge und 13 Ankünfte wurden gestrichen. „Wir rechnen damit, dass es im übrigen Flugverkehr und an den Schaltern nur geringe Verzögerungen geben wird“, sagte ein Flughafensprecher am Mittwoch.

Köln/Bonn: Hier hat die Feuerwehr bereits die Arbeit niedergelegt, wie eine Sprecherin der Gewerkschaft mitteilte. in Köln/Bonn sind keine Starts und Landungen mehr möglich.

München: Das Bodenpersonal am Münchner Flughafen streikt. Am Morgen wurden dort nach Verdi-Angaben die Sicherheitskontrollen eingestellt.

Dortmund: Auch hier wird gestreikt.

Düsseldorf: Der Düsseldorfer Flughafen soll im Zeitraum zwischen 3 und 14 Uhr bestreikt werden.

Auch andere Flughäfen sind durch die Streiks betroffen:

Am Hamburger Flughafen Fuhlsbüttel sind am Mittwoch die ersten Flüge ausgefallen. Der Flughafen ist zwar nur indirekt davon betroffen. Doch insgesamt 31 Abflüge und 31 Ankünfte wurden nach Angaben des Flughafens am Mittwoch gestrichen. „Der übrige Flugverkehr verläuft bislang ganz normal“, sagte eine Sprecherin. Nach Frankfurt fallen daher jeweils 9 von geplanten 17 Abflügen und Ankünften aus, nach München 16 von 22 und nach Köln/Bonn 6 von 8. Von den Streichungen seien rund 7500 Passagiere betroffen.

Zwar wird in Berlin-Tegel und Schönefeld nicht gestreikt, doch werden nach Angaben der Flughafeninformation etwa 100 Flüge vorsorglich gestrichen. Vor allem die Fluggesellschaften Eurowings, Lufthansa und Air Berlin sind betroffen. Da auch andere Flüge ausfallen oder sich verspäten könnten, empfiehlt die Berliner Flughafengesellschaft den Passagieren, in jedem Fall den Status ihres Fluges zu überprüfen.

An den Flughäfen Leipzig/Halle und Dresden fallen rund 40 Flüge aus.

Die Streiks an den Flughäfen Frankfurt und München betreffen auch den Flughafen Bremen, wo am Mittwoch selbst nicht gestreikt wird. Dort werden insgesamt acht Flugverbindungen nicht bedient.

Verdi hat im Rahmen der Tarifrunde Öffentlicher Dienst zu den Streiks an Flughäfen aufgerufen. Gewerkschaftschef Frank Bsirske verteidigte die Warnstreiks gegen Kritik. Sinn solcher Arbeitsniederlegungen sei es, Tarifverhandlungen zu beschleunigen, sagte er der „Süddeutschen Zeitung“. „Ich hoffe, dass dieses Signal verstanden wird und wir bei der dritten Runde am Donnerstag und Freitag zu einer Einigung kommen.“

Mit dem Streik reagiere Verdi „auf ein Angebot, das den Beschäftigten einen Reallohn-Verlust zumuten will“, sagte Bsirske. Er bestritt die Darstellung der Arbeitgeber, dass dieses Angebot drei Prozent für zwei Jahre betrage. Da die drei Prozent in zwei Stufen angeboten würden und jede der beiden Erhöhungen erst jeweils im Juni wirksam werden solle, betrage es auf zwei Jahre gerechnet nur 1,8 Prozent. Die Inflation werde jedoch in diesem und im nächsten Jahr zusammengenommen zwei Prozent betragen.

Auch Christine Behle, stellvertretende Vorsitzende des Lufthansa-Aufsichtsrats und Vorstandsmitglied der Gewerkschaft Verdi, verteidigte den Aufruf zur Arbeitsniederlegung an den Flughäfen. Als Verdi-Bundesvorstandsmitglied dürfe sie zu Streiks aufrufen, bei welchen neben anderen Unternehmen auch die Lufthansa betroffen sei, sagte Behle der „Bild“-Zeitung. „Ich sehe keinen Konflikt zwischen der Aufsichtsratstätigkeit und den Streiks.“

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erstellt am 27.Apr.2016 | 07:25 Uhr

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