zur Navigation springen

Vor G20-Gipfel in Hamburg : Spuckschutzhauben sollen Polizisten vor Ekel-Attacken schützen

vom

Die Tüten werden Aggressoren über den Kopf gezogen. Hamburg begründet die Einführung mit „Respektlosigkeiten und körperlichen Angriffen“.

Hamburg | Im Vorfeld des G20-Gipfels erhält die Hamburger Polizei einen speziellen Schutz gegen Speichelattacken. Die so genannten Spuckschutzhauben gehörten ab sofort zur Standard-Ausrüstung der Schutzpolizei an der Elbe, teilte die Pressestelle der Polizei am Mittwoch mit. Die dünne, atmungsaktive Kapuze mit großem Sichtfenster soll spuckenden Angreifern über den Kopf gestülpt werden und Polizisten auch vor Beißattacken schützen. Bremens Ordnungshüter führen die Anti-Spuck-Tüten schon seit 2014 in ihren Streifenwagen mit und berichten von positiven Erfahrungen. Auch für die große Hansestadt fordern Polizeigewerkschaften den Einsatz seit längerem.

Hamburg begründet die Einführung mit „Respektlosigkeiten und körperlichen Angriffen“. „Ganz besonders eklig“ werde es, wenn Polizisten angespuckt würden, was häufiger vorkomme, als viele vermuteten. Und weiter: „In Zukunft setzen wir, wenn aufgrund konkreter Umstände ein Spuckangriff zu erwarten ist, festgenommenen Personen unsere Spuckschutzhaube auf.“ Nach den Angaben können die Betroffenen unter der Haube „atmen und sehen“, Speichel bleibe jedoch „an der Innenseite hängen“. Die Anwendung unterliege rechtlichen Regelungen und müsse dokumentiert werden.

In Hamburg eingesetzt wird das Modell „Pol-I-Veil Gesichtshaube weiß“. Es besteht laut Hersteller zu 100 Prozent aus Synthetikfaser, ist luftdurchlässig und zu 98 Prozent durchsichtig. Stückpreis des Einmal-Produkts im Internetverkauf: 6,90 Euro. Alle Streifenpolizisten sollen zunächst mit 3000 angeschafften Hauben ausgestattet werden.

Spuckangriffe auf Beamte wurden in Hamburg bislang nicht statistisch erfasst. Es gebe aber eine Erhebung aus dem Jahr 2014, sagte Polizeisprecher Ulf Wundrack. Damals wurden innerhalb von 90 Tagen 75 Fälle gezählt. Mehr als die Hälfte der Spuckangriffe wurden in den Stadtteilen St. Pauli und St. Georg verübt.

Auf Facebook fand die Ankündigung regen Widerhall. Binnen einer Stunde gab es auf der Seite der Hamburger Polizei mehr als 100 Kommentare. Die meisten Äußerungen waren zustimmend. Ein Schreiber fragte: „Das ist doch ein Aprilscherz?“ Antwort der Polizeipressestelle: „Leider nein!“

 
zur Startseite

von
erstellt am 12.Apr.2017 | 17:50 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen