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Hamburg

06. Dezember 2016 | 22:54 Uhr

Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg : Spielhallenrechner und VR-Brille: Das erwartet Besucher bei „Game Masters“

vom
Aus der Onlineredaktion

Erstmals in Deutschland: Die Ausstellung „Game Masters“ schickt Besucher auf eine Zeitreise durch 40 Jahre Game-Geschichte.

Hamburg | Schummriges Spielhallenflair, unterbrochen von bunten Neonröhren - die Ausstellung „Game Masters“ verwandelt das Museum für Kunst und Gewerbe (MKG) vorübergehend in ein Mekka für Videospielfans. „Wir sehen unsere Ausstellung aber nicht als Spielhölle“, sagt Udo Goerke, Geschäftsführer des MKG bei der Eröffnung am Donnerstag schmunzelnd. „Eher als Spielhöhle“. 

Die Bezeichnung ist gerechtfertigt - ob Spielhallenrechner aus der Arcade-Ära, Smartphone oder VR-Brille – über 100 Geräte stehen für Besucher zum Ausprobieren bereit. Rund 40 Jahre Video- und Computerspielgeschichte gilt es hier zu erforschen. Vom Nachempfinden der Spielhallenästhetik hin zu modernen klaren Kanten und Tageslicht: die Raumgestaltung der Ausstellung unterstreicht die verschiedenen Zeitalter der Spieleentwicklung. 

„Vor allem wollen wir aber zeigen, wer die Macher hinter den Produkten sind“, erläutert Dennis Conrad, Projektleiter am MKG. Das sei schließlich die klassische Frage eines Museums. Skizzen, Modelle und Interviews mit Designern aus aller Welt zeigen wer und wie viel Arbeit hinter der grafischen Gestaltung des Massenmediums steckt. 

Mit seinem ersten Abschnitt „Arcade-Heroes“ hat die Ausstellung, die ursprünglich vom Australian Centre for the Moving Image in Melbourne (ACMI) entwickelt wurde, einen eigenen Bereich für Technik-Nostalgiker. Was heute altbacken wirkt, war Ende der 1970er Jahre futuristische Hightechspielerei. Designer wie Masanobu Endō, Tōru Iwatani und Dave Theurer entwickelten die ersten Videospiele als eine Mischung zwischen Flippern und Informatikwissen für menschengroße Spielhallencomputer. Ikonische Spiele wie Space Invaders (1978), Asteroids (1979), Pac-Man (1980) oder Donkey Kong(1981), entstanden in der sogenannten goldenen Ära der Arcade-Spiele. 

Wer sich am liebsten an „Sonic“, „Super Mario“ und „Zelda“ erinnert, ist bei den „Game Changers“ gut aufgehoben. In diesem, mit bunten Neonröhren ausgeleuchteten Teil der Ausstellung geht es um die Ausdifferenzierung und Popularisierung der Spielewelt. Multiplayer- und netzbasierte Spiele, sowie die weitere körperliche Einbindung des Spielers werden hier thematisiert. Das letzte Kapitel der Ausstellung „Indies“ bietet Einblicke in künstlerische Innovationen unabhängiger Designer. Hier werden junge Teams mit kleinem Budget vorgestellt, die sich häufig als zukunftweisend für die Spielewelt entpuppt haben. 

Bei Sing-Star das Lieblingslied trällern, mit Will Wrights SimCity Städte bauen oder sich in Jump-and-Run Welten verlieren ist bei „Game Masters“ alles möglich. Besonders blutige Shooter Games seien aber nicht zu finden, sagt Simon Klingler, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Museum. Bei den Altersbeschränkungen habe man sich auf Spiele ab sechs oder 12 Jahren beschränkt. Zudem würden Angestellte in den Ausstellungsräumen darauf achten, dass Kinder nicht mit unangemessenen Spielen in Kontakt kommen.

Neben den verschiedenen Game-Epochen, stellt die Ausstellung auch Hamburger Designer vor. „Die Stadt hat eine ziemlich florierende Game-Szene“, sagt Andreas Hedrich von der Initiative Creative Gaming, Mitorganisatorin des Ausstellungsbereichs „Game Culture Hamburg“. Die Ausstellung öffne auch besonders für lokale Designer Türen zu einem Publikum, „dass wir sonst eher selten erreichen“. Bis zum 23. April 2017 können Interessierte „Game Masters“ in Hamburg besuchen.

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erstellt am 27.Okt.2016 | 17:25 Uhr

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