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Hamburg

26. März 2017 | 09:30 Uhr

Herzstück St.Paulis : Spielbudenplatz: Mehr Leben für das Herz von St. Pauli

vom

Ein neues Konzept für den Multi-Kulti-Platz wird gefordert. Es gibt eine europaweite Ausschreibung.

Hamburg | Der Spielbudenplatz auf St. Pauli ist eine Art Epizentrum des Vergnügungsviertels: frivoler Weihnachtsmarkt, ESC-Party, Harley Days, Reeperbahn Festival, Foodtrucks und allerlei mehr. Doch dem Bezirk Mitte reicht das allein nicht mehr aus. Bezirksamtsleiter Falko Droßmann (SPD) fordert ein neues Konzept und lässt den Betrieb des Spielbudenplatzes europaweit ausschreiben. Nach Auslaufen des Nutzungsvertrages sollten auch „andere Ideen eine Chance haben, geprüft zu werden“, erklärt Droßmann. Was genau ihm am Status Quo missfällt, lässt er offen. Den Wettbewerb organisiert die Finanzbehörde. Dort heißt es, es werde „keine Denkverbote“ geben. Kritiker fordern schon länger, der Platz solle „lebendiger und grüner“ werden.

Unangenehm überrascht von der Ausschreibung sind die bisherigen Betreiber, ein Konsortium ansässiger Unternehmer um den St. Pauli-Übervater Corny Littmann. Er ist mit seinen Theatern wichtigster Anlieger. Sein jüngstes Projekt, das Klubhaus St. Pauli, hat die Örtlichkeit erst vor anderthalb Jahren mit einer spektakulären Multimedia-Fassade bereichert. Das Konsortium bespielt die Fläche seit 2006, nachdem der Plan einer gigantischen Krankonstruktion des US-Künstlers Jeff Koons krachend gescheitert war. Seither habe sich der bis dato öde Platz deutlich zum Besseren verändert, wundert sich Littmann über Kritik. „Wenn man einmal 20 Jahre zurückblickt, kann man mit der Entwicklung wirklich sehr zufrieden sein.“ Sein Konsortium werde sich „ohne große Veränderungen“ mit dem bisherigen Konzept am Wettbewerb beteiligen.

Die Grünen im Bezirk erwarten für das Herzstück St. Paulis zumindest mehr Grün. Fraktionschef Michael Osterburg: „Ein paar Bäume wären gut.“ Andere Kritiker monieren, das bisherige Angebot richte sich an nur bestimmte Zielgruppen. Der CDU-Fraktionschef in der Bezirksversammlung, Gunter Böttcher, sieht „Verbesserungsbedarf“. Wichtig sei, „dass der Platz regelmäßig bespielt wird und ein Programm bietet, dass alle Hamburger anspricht“.

Tatsächlich wirkt der langgezogene Platz tagsüber bisweilen trist. Einen Dauerbetrieb gibt es nicht. Auch ist eine der beiden fahrbaren Bühnen vor zwei Jahren abgebrannt und wurde nicht ersetzt. Auch für diese Lücke soll eine Ausschreibung neue Ansätze liefern. Überdies stehen in der Umgebung erhebliche Veränderungen bevor, wenn das direkt angrenzende Esso-Areal mit Wohnungen, Läden, sozialen Einrichtungen und Unterhaltungsstätten neu bebaut wird.

Der Spielbudenplatz ist die historische Keimzelle des Vergnügungsviertels. Im 19. Jahrhundert versammelten sich dort Gaukler, Schauspieler, Tierbändiger und andere Künstler, um Hamburger Bürger vor den Stadtmauern zu unterhalten. Später errichteten sie Spielbuden als feste Unterstände.

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erstellt am 09.Mär.2017 | 16:59 Uhr

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