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Hamburg

04. Dezember 2016 | 11:16 Uhr

Smart Last Mile Logistics : „SMILE“: Ideen für die Paket-Zustellung der Zukunft

vom

Per Roboter, Drohnen oder in den Kofferraum: So kommen Pakete künftig zu uns.

Hamburg | Internet-Shopping boomt, doch die Zustellung der Online-Waren sorgt vor allem in Städten für viel Frust. Ist der Empfänger nicht zu Hause, muss er selbst zum Abholshop. Zudem verstopfen Lieferfahrzeuge die Straßen und verpesten die Atemluft. Ein unguter Mix, finden die Hamburger Wirtschaftsbehörde und die Logistik-Initiative der Metropolregion – und versprechen Lösungen.

Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos): „Die Innenstadtlogistik der Zukunft ist sauber, leise und effizient.“ Die Hansestadt wolle zur Modellregion für intelligente („smarte“) Zulieferung werden, sagte Peer Witten,Vorstandschef der Logistik-Initiative. Dazu haben Stadt und Logistiker jetzt das Projekt „SMILE“ (Smart Last Mile Logistics) angeschoben, das mehrere private und öffentliche Konzepte für neue Lieferideen bündelt und unterstützt. Manche davon sind schon Praxis, einige befinden sich in der Erprobung, anderes klingt noch sehr visionär.

Drei Felder beackern die Konzeptentwickler: Wie lassen sich Pakete zustellen, wenn niemand zu Hause ist? Auf welche Weise kommt die Bestellung zum Kunden? Und: Wie werden Lieferfahrzeuge umweltfreundlicher?

Die besten Ideen von „SMILE“:

Paketroboter Hermes liefert bereits seit September in drei Stadtteilen mit autonom fahrenden Robotern aus. Vorteil: Der moderne Lastenesel fährt mit umweltfreundlichem Strom und meldet sich per SMS zeitig beim Empfänger an. Noch allerdings muss ein Mensch nebenher laufen. Erst wenn der Test erfolgreich verläuft, will die Stadt auch Alleinfahrten erlauben.
Drohnen Ebenfalls Hermes prüft die Möglichkeit, Pakete mit fliegenden Drohnen auszuliefern. Roger Hillen-Pasedag von Hermes Innovations: „Noch müssen aber die Rahmenbedingungen, wie Flughöhe und Landeplätze, geklärt werden.“
Paket-„Briefkästen“ Paket-Butler bietet ein System, bei dem der Zusteller das Paket in einen verschließbaren Sack vor der Haustür deponiert und diesen verriegelt. Ganz ähnlich funktioniert Parcel Lock: Kunden kaufen einen privaten Paketkasten für ihr Haus, in dem Boten bestellte Ware deponieren. Öffnen und schließen erfolgt über eine elektronische Eingabeeinheit, die Codes kommen aufs Smartphone. Beide Angebote sind für verschiedene Paketdienste offen. 
Türöffner CiDO („Come in, drop off“) ist eine Ausgründung der Uni Hamburg. Das Startup bietet Scanner-Einheiten für Haustüren von Mehrfamilienhäusern. Der Bote liest den Code des Pakets dort ein – schon springt die Tür auf.
Mikro-Hubs Dezentrale Paketlager, von denen aus die „letzte Meile“ zum Empfänger per Lastenfahrrad oder zu Fuß mit Sackkarre zu schaffen ist. UPS testet dies seit zwei Jahren in der Innenstadt – mit Erfolg.
Lieferung außer Haus Pakadoo bietet die Zustellung privater Pakete an den Arbeitsplatz. VW prüft zudem die Lieferung in den Kofferraum des Kunden. Die Idee ist Teil einer Kooperation des Autoherstellers und der Stadt Hamburg.
Alternative Antriebe Wo weiterhin Liefer-Lkw fahren, sollen sie es weitgehend abgasfrei tun. Zur Auswahl stehen E-Mobile, Brennstoffzellenfahrzeuge und Antriebe mit flüssigem Erdgas (LNG). Kommende Woche will DHL in Hamburg sein E-Scooter-Programm starten.
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erstellt am 25.Nov.2016 | 18:07 Uhr

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