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Hamburg

06. Dezember 2016 | 15:03 Uhr

Hamburg-Stellingen : Sexueller Übergriff an Silvester: DNA-Spuren des Angeklagten festgestellt

vom
Aus der Onlineredaktion

Der 19-Jährige soll sein Opfer unter anderem in Hals und Oberschenkel gebissen haben. Nun wurde seine DNA nachgewiesen.

Hamburg | Im Prozess um einen sexuellen Übergriff in der Silvesternacht in Hamburg-Stellingen hat eine Gutachterin ausgesagt, dass sie DNA-Spuren des Angeklagten an dem 19-jährigen Opfer festgestellt hat. Die 45-jährige Biologin präsentierte die Untersuchungsergebnisse der Proben, die nach dem Vorfall von der Rechtsmedizin an verschiedenen Körperregionen des Opfers genommen worden waren.

Die sexuellen Übergriffe in der Silvesternacht in mehreren deutschen Städten hatten bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Für die Polizei gestaltete sich die Aufklärung der vielen Fälle sehr schwierig. Zum einen wegen der hohen Anzahl an Anzeigen, zum anderen wegen der teilweise sehr undurchsichtigen Beweislage.

An Bissspuren am Opfer wurde demnach der Speichel, am äußeren Bereich des Slips und am Schenkelbereich die Samenflüssigkeit des Angeklagten nachgewiesen. Außerdem wurden Blutspuren des Mannes unter den Fingernägeln des Opfers entdeckt. Spuren von weiteren Personen seien nicht gefunden worden, sagte die Gutachterin. Der Angeklagte hatte zuvor ausgesagt, dass er dem Opfer die Verletzungen nicht zugefügt und lediglich neben ihr onaniert habe. Dem etwa 19-jährigen Afghanen wird vorgeworfen, die junge Frau in der Nähe des Bahnhofs sexuell genötigt und verletzt zu haben.

Im Verlauf des Verhandlungstages wurde zudem eine Rechtsmedizinerin befragt, die das Opfer am Neujahrsmorgen untersucht hatte. Die junge Frau habe einen verlangsamten und fast schon apathischen Eindruck auf sie gemacht, gab die 29-Jährige zu Protokoll. Eine Verletzung an der Lippe sei mit hoher Wahrscheinlichkeit auf einen Schlag ins Gesicht zurückzuführen und Hautrötungen deutete die Medizinerin als Entkleidungsversuche oder Kratzspuren. Hautein- und Hautunterblutungen an den Brüsten seien klare Bissspuren, im Vaginalbereich habe sie jedoch keine Verletzungen feststellen können.

Eine Polizeibeamtin (35), die das Opfer kur nach der Tat vernommen hatte, sagte aus, die 19-jährige habe sich erinnert, wie ihr der Mund zugehalten wurde und jemand versucht habe, ihr die Hose auszuziehen.

Die Polizistin gab auch an, das Opfer habe bei der Vernehmung zum Teil widersprüchliche Aussagen gemacht. Bei der Aussage der jungen Frau an einem vorherigen Verhandlungstag hatte sich zudem abgezeichnet, dass sie sich kaum noch an etwas aus der Tatnacht erinnern konnte.

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erstellt am 02.Aug.2016 | 18:43 Uhr

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