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Hamburg

02. Dezember 2016 | 19:08 Uhr

Hamburg : Schwer krank: Facebook-Star Kapitän Schwandt zieht sich zurück

vom

Kein 80-Jähriger hat wohl so viele Facebook-Fans wie er. Doch eine Krankheit zwingt den Kapitän zum Rückzug.

Hamburg | Er setzte sich für Obdachlose ein, wetterte in sozialen Netzwerken gegen rechte Hetze und las wegen schlechten Arbeitsbedingungen Reedern die Leviten: Zehntausende folgten Ex-Kapitän Schwandt dafür auf Facebook. In Zukunft wird es aber stiller um ihn werden. Der als Autor, Blogger gegen Rechts und Facebook-Star bundesweit bekanntgewordene Ex-Kapitän Jürgen Schwandt zieht sich aus gesundheitlichen Gründen aus der Öffentlichkeit zurück.

Es gibt wohl keinen einen anderen 80-Jährigen, der mehr Fans auf Facebook hat, als „Der Kapitän“, wie ihn seine Freunde nennen: 140.000 Menschen folgen dem bärtigen Original. Denn er äußert sich zu ziemlich allem und jedem auf der Welt, von Labskaus über Donald Trump bis hin zu Pegida und der AfD.

 

Auf seiner eigenen Facebookseite schrieb Schwandt: „Ein alter Kapitän weiß, wann es für ihn an der Zeit ist, von der Brücke zu gehen.“

 

Schwandts Verlag hatte erst Ende September mitgeteilt, dass es dem 80-Jährigen nicht gut gehe. Der Kapitän selber schrieb auf seiner Facebookseite, dass er sich einer Operation unterziehen müsse. „Die nächste Zeit werde ich nicht auf einer Brücke, sondern im Wartezimmer von Ärzten und bald im Krankenhaus verbringen. Auch dies gehört dazu, ich will mich nicht beschweren. Ich habe Vorsorge getroffen, um meine Frau organisatorisch zu entlasten. Meine Beerdigung ist geplant, der Grabplatz, der Ablauf der Trauerfeier, die Musik, die gespielt werden soll. Es war anfangs ein komisches Gefühl, diesen Aktenordner anzulegen, doch nun ist alles geklärt. Ich hatte ein interessantes, spannendes Leben und werde klaglos und in Würde abtreten, wenn es soweit ist.“

Schwandt unterstrich in seinem Beitrag für die „Morgenpost“, dass es ihm wichtig gewesen sei, klar Position zu beziehen. „Als Leidtragender des Dritten Reiches hatte ich mir geschworen, aufzustehen gegen die neuen Rechten, gegen die AfD und NPD. Mir gefiel es, dass ich meine Popularität für Schwache und Außenseiter einsetzen konnte.“ Jetzt müsse er seine Kräfte sammeln für den letzten Abschnitt seines Lebens.

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erstellt am 08.Okt.2016 | 11:54 Uhr

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