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Hamburg

08. Dezember 2016 | 01:14 Uhr

Hamburg : Schlüsselübergabe der Elbphilharmonie: „Verhaltene Freude“ bei Ole von Beust

vom
Aus der Onlineredaktion

Der Baukonzern übergibt die Elbphilharmonie an die Stadt. Besucher können jedoch erst am Wochenende rein.

Hamburg | Die Hamburger Elbphilharmonie ist nach neuneinhalb Jahren Bauzeit fertig. Am Montag ist Abnahmetermin: Der Baukonzern Hochtief übergibt die Elbphilharmonie an die Stadt Hamburg. Besucher dürfen aber noch nicht rein. Mit der Abnahme konnte der Baukonzern den letzten Vertragstermin mit der Stadt Hamburg fristgerecht einhalten. Ursprünglich sollte die Elbphilharmonie aber bereits im Jahr 2010 eingeweiht werden. Die Bauarbeiten hatten sich aufgrund von Streitigkeiten zwischen den Architekten, dem Baukonzern Hochtief und der Stadt Hamburg immer weiter verzögert.

Wie das Hamburger Abendblatt berichtet, läuft der Abnahmeprozess bereits seit mehreren Wochen. Dabei wird das gesamte Gebäude auf Mängel geprüft und der Brandschutz unter die Lupe genommen. Außerdem führt die Feuerwehr Evakuierungsübungen durch.

2007 hatte der Christdemokrat Ole von Beust den Grundstein für den Prestigebau auf dem Kaispeicher A gelegt. Anschließend aber liefen ihm Zeitplan und Kosten heillos aus dem Ruder. Der Preis für die Elbphilharmonie hat sich auf knapp 800 Millionen Euro verzehnfacht, die Fertigstellung verzögerte sich um sechs Jahre. „Verhaltene Freude“ empfinde er nun angesichts der erfolgreichen Vollendung, gesteht der 61-Jährige. Freude, weil das „großartige Gebäude“ inzwischen weithin von den Bürgern akzeptiert werde und Hamburg einen der besten Konzertsäle weltweit sowie einen neuen Touristenmagnet bekomme. Verhalten, weil er sich gefreut hätte, „wenn es schneller und günstiger gegangen wäre“.

Was hat er falsch gemacht? „Kardinalfehler war der Verzicht auf die erforderliche Planungstiefe bei Baubeginn“, räumt der damalige Senatschef ein, der im Übrigen für sich und alle anderen in Anspruch nimmt: „Hinterher ist jeder klüger.“ Hätte er die Bauentscheidung auch getroffen, wenn er den Endpreis gekannt hätte? „Das weiß ich nicht. Auf jeden Fall haben wir damals nicht absichtlich einen zu niedrigen Preis genannt.“ Einen Vergleich der Elbphilharmonie mit den anderen deutschen Pannen-Großprojekten Stuttgart 21 und Berliner Flughafen hält von Beust für unangebracht. „Die Elbphilharmonie ist fertig, die anderen Bauwerke sind es nicht.“

CDU-Fraktionschef André Trepoll gibt derweil den Oppositionsführer. SPD-Bürgermeister Olaf Scholz habe die Fertigstellung des Gebäudes mit einem 200-Millionen-Nachschlag an Hochtief erkauft, „ohne wirklichen Mehrwert“. Von Beust mag die teure finale Wendung nicht kommentieren. "Es gehört sich nicht, seinen Nachfolger zu bewerten.“

Trepoll immerhin erteilt dem Ex-Bürgermeister trotz aller Pannen Absolution. Die Entscheidung für den gläsernen Prachtbau sei „absolut richtig“ gewesen, und im Übrigen sei es all den Ärger wert gewesen. Trepoll: „Die Elbphilharmonie wird jeden Steuer-Euro zurückbringen.“

Wird deren Wegbereiter bei der Gala-Eröffnung am 11. Januar dabeisein? Ole von Beust: „Eine Einladung habe ich noch nicht. Aber ich bin ganz zuversichtlich.“

Elbphilharmonie-Plaza wird am Wochenende eröffnet

Die Organisatoren versprechen auf der Plaza der Elbphilharmonie einen Panorama-Blick über die Stadt.

Die Organisatoren versprechen auf der Plaza der Elbphilharmonie einen Panorama-Blick über die Stadt.

Foto: Michael Zapf
 

Ab Samstag, 5. November, ist die Elbphilharmonie dann erstmalig für Besucher zugänglich. Einen Tag zuvor, am Freitag, 4. November, wird die Elbphilharmonie-Plaza offiziell eröffnet. Auf einer Aussichtsplattform in 37 Metern Höhe erhalten die Besucher einen Rundumblick auf die Stadt und den Hafen. Die Eröffnung des Konzerthauses findet am 11. und 12. Januar 2017 mit zwei Konzerten statt. Einen Überblick über die Konzerte, die ab Januar in der Elbphilharmonie stattfinden, gibt es hier.

Über die 80 Meter lange und gewölbte Rolltreppe gelangen zukünftig Besucher auf die Plaza.

Über die 80 Meter lange und gewölbte Rolltreppe gelangen zukünftig Besucher auf die Plaza.

Foto: dpa
 

Die Plaza ist der Aussichtsbereich zwischen dem ehemaligen Kaispeicher und dem gläsernen Neubau. Die Aussichtsplattform umringt das Gebäude. Im Inneren befinden sich eine Gastronomie, die Aufgänge zu den Konzertsälen und der Zugang zum Hotel „The Westin Hamburg“.

Der Besuch der Plaza ist kostenlos, sofern die Tickets am selben Tag am Automaten im Elbphilharmonie Besucherzentrum gebucht werden. Für eine Vorbuchung mit mehr als einem Tag Vorlauf wird eine Gebühr von zwei Euro erhoben. Plaza-Tickets ermöglichen den Zugang innerhalb eines Zeitfensters von 60 Minuten.

Gewölbte Scheiben der Plaza der Elbphilharmonie.
Gewölbte Scheiben der Plaza der Elbphilharmonie. Foto: Axel Heimken
 

Mit Konzertkarten ab dem 11. Januar 2017 erhalten die Besucher Zugang zur Plaza jeweils zwei Stunden vor Konzertbeginn.

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erstellt am 31.Okt.2016 | 13:59 Uhr

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