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Hamburg

19. Januar 2017 | 03:23 Uhr

Am Samstag in Hamburg : Schlagermove 2016: Stars, Programm und Straßensperrungen

vom

500.000 Besucher werden in der Hansestadt erwartet. shz.de mit einer Übersicht zum Schlagermove am Wochenende.

Hamburg | Königlicher Besuch beim 20. Hamburger Schlagermove: Jürgen Drews, selbsternannter „König von Mallorca“, ist am Wochenende erstmals wieder nach fünfjähriger Paradepause beim wohl buntesten Umzug durch St. Pauli dabei.  Für seine Songs, wie „Ich bin der König von Mallorca“, „Ein Bett im Kornfeld“ und „Ich bau dir ein Schloss“, ist Jürgen Drews bei Fans heute immer noch so beliebt wie vor 40 Jahren. Beim „Festival der Liebe“, wie der Veranstalter den Schlagermove nennt, wird er sie nun wieder von Bord eines Musik-Trucks aus unterhalten.

Bei Bewohnern St. Paulis trifft der „Karneval des Nordens“ besonders wegen der vielen Wildpinkler nicht immer auf fröhliche Gemüter. Die Anwohner-Initiative „Wir pinkeln zurück“ hat im vergangenen Jahr Hauseingänge und -Wände überall im Stadtteil mit ultrawasserabweisendem Lack beschichtet. Wer sich nun an einer Ecke erleichtern möchte, werde nach Angaben der Initiative selber nass.

Dieses Jahr werden nach Angaben des Veranstalters insgesamt rund 500.000 Besucher bei dem bunten Massenspektakel erwartet. Die Polizei zählte im letzten Jahr rund 350.000 Schlagerfans. Für die Parade am Samstagnachmittag sind weitere Schlagersternchen angekündigt: Costa und Lucas Cordalis sollen den Umzug der 45 bunt geschmückten Musik-Trucks anführen. Mit ihren Hits „Anita“ und und „Viva la noche“ werden sie den Schlagerfans schon über den Tag ordentlich einheizen.

„Schlagermove“: Diese Straßen sind gesperrt

Von etwa 13.30 bis 23.30 Uhr gelten folgende Umleitungen:

Aus Richtung Süden/Osten: Vor dem Deichtortunnel rechts ab über Wallringtunnel / Lombardsbrücke / Esplanade / Gorch-Fock-Wall / Johannes-Brahms-Platz / Sievekingplatz / Feldstraße / Neuer Kamp.

Aus Richtung Westen: Ab Elbchaussee links ab über Max-Brauer-Allee/ Stresemannstraße / Neuer Kamp / Feldstraße / Sievekingplatz / Johannes-Brahms-Platz.

Aus Richtung Nordwesten: Ab Kieler Straße über Fruchtallee / Doormannsweg Richtung Kennedybrücke.

Anfahrt Fährterminal Altona: Max-Brauer-Allee oder Elbchaussee / Kaistraße / Große Elbstraße / Van-der-Smissen-Straße. Aufgrund dieser Großveranstaltung und der Folgeveranstaltung Schlagermove sinderhebliche Beeinträchtigungen des Straßenverkehrs im Innenstadtgebiet und St. Pauli zu erwarten.

Die Polizei rät dringend, U- und S-Bahnen zu nutzen, um die Innenstadt zu erreichen. Über die Rundfunksender informiert die Polizei während der Veranstaltung über die aktuelle Verkehrslage.

 

Außerdem sind in diesem Jahr Willi Herren („Ist mir egal“), Pascal Krieger („Samstag Nacht“) und Jennifer Sturm („Eyo,Eyo“) mit von der Partie.  Vom Heiligengeistfeld fährt die Schlagerkarawane unter den typischen „Hossa“-Schlachtrufen am Nachmittag über den Fischmarkt und die Reeperbahn, um am Abend zurück zum Ausgangspunkt zu gelangen. Auf dem rund 24.000 Quadratmeter großen Areal wird im Anschluss mit Live-Auftritten, DJ-Programm und Bühnengastgeber DJ Vossi bei der Aftermove-Party bis in die Nacht gefeiert.

Eindrücke vom vergangenen Jahr gibt es in diesem Video:

Wer sich am Vortag bereits auf den Umzug einstimmen möchte, kann am Freitagabend bei der Premiere des „Talentschuppens“ auf der kostenlosen Warm-up Party mitfeiern. Fünf Künstler treten dabei erstmalig vor einer Jury von Schlagerexperten gegeneinander an, um bei der Aftermove-Party am Samstag den Platz des Opening Acts zu ergattern.

Das erste Mal: ... fand der Schlagermove im Juli 1997 statt. Mit 50.000 Schlagerfreunden ging es damals mit 14 Trucks durch Hamburgs Sündige Meile. Seitdem hat sich die jährliche Teilnehmerzahl bis zum vergangenen Jahr etwa verzehnfacht - zudem sind dieses Jahr 45 Musiktrucks mit dabei. Insgesamt haben bis einschließlich 2015 rund sieben Millionen Menschen den Schlagermove besucht.

Die Mission: Die Veranstalter haben es sich zum Auftrag gemacht, eine „Extraportion“ zu schaffen, „die das Leben ein Stück lebenswerter macht.“ Hamburg sei der ideale Ort dafür, denn wenn bereits Hamburger in „ihrer Reserviertheit wild tanzen“ trage das erheblich dazu bei, den Alltag hinter sich zu lassen. 

Expansion: Seit dem Entstehen des Schlagermoves hat sich der Kult um das „Festival der Liebe“ über das gesamte Bundesgebiet verbreitet.

Mittlerweile finden in insgesamt 21 weiteren deutschen Städten sogenannte „S-Move on Tour“-Partys statt. Berlin, München und auch die Karneval-Stadt Köln sind unter den Austragungsstätten.

Der Schlager: Musikwissenschaftler tun sich schwer, wenn es um die Genreabgrenzung des Schlagers geht. Der Duden definiert ein Schlagerstück als „leicht eingängiges, meist anspruchsloses Lied, Musikstück, das für eine bestimmte, meist kürzere Zeit einen hohen Grad an Beliebtheit erreicht“.

Auch die Entstehung der Musikrichtung ist nicht ganz eindeutig. Seine Hochzeit hatte der Schlager während der 1950er bis 1970er Jahre, als Conny Froboess mit ihren „Zwei kleinen Italienern“ oder Roberto Blanco mit „Ein bisschen Spaß muss sein“ die Hitparade stürmten. 

Der Schlager in Zahlen: In den vergangenen Jahren hat der Schlager wieder an Beliebtheit gewonnen - seit 2006 hat das Genre rund zwei Prozent deutschen Marktanteil gewonnen. Ein Grund dürfte der durchschlagende Erfolg von Schlagerstar Helene Fischer (31) sein. Sie war 2015 zum dritten Mal umsatzstärkste deutsche Künstlerin.

Den Altersschnitt der Schlagerhörer hat die junge Sängerin jedoch nicht senken können. Die über 50-Jährigen waren 2015 für rund 64 Prozent des Schlager-Umsatzes verantwortlich. Das Interesse bei unter 30-Jährigen hingegen schwächelt: von 2014 bis 2015 ging der Umsatz in dieser Gruppe von 12 auf zehn Prozent zurück.

 

Mit Schlaghosen, Riesenbrillen und bunten Perücken rollt der Schlagermove, die Ode an die 70er Jahre, seit 1997 durch Hamburg. Bei den Partyfreunden hat er zusehends an Beliebtheit gewonnen. Entlang der Streckt soll es laut Veranstalter 400 WC-Einheiten geben.

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erstellt am 14.Jul.2016 | 17:37 Uhr

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