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Hamburg

02. Dezember 2016 | 19:07 Uhr

ARD : Rolle ist ein „Sahnehäubchen“: Jan Fedder ist wieder der „Hafenpastor“

vom

Für das „Großstadtrevier“ steht Fedder gerade vor der Kamera. Den „Hafenpastor“ spielt er erst zum dritten Mal.

Hamburg | In welcher seiner drei Serien-Paraderollen am meisten von Jan Fedder steckt? „Überall ein bisschen“, findet er selbst. „Das ,Großstadtrevier' ist Brot und Butter - meine Haupternährung“, sagt der 61-Jährige im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur. Austoben könne er sich in „Büttenwarder“. Und der „Hafenpastor“ gehört für den Schauspieler zu den „Sahnehäubchen“.

Seit bald 25 Jahren ist er als Dirk Matthies in der Polizeiserie „Großstadtrevier“ zu sehen, seit rund 20 Jahren als Bauer Brakelmann in „Neues aus Büttenwarder“. In „Der Hafenpastor und das Blaue vom Himmel“ am Freitag (20.15 Uhr) im Ersten kümmert sich der Hamburger zum dritten Mal als Seelsorger um seine Schäfchen auf St. Pauli - mit viel Komik rund um seine Kirche auf dem Kiez.

Diesmal gibt es Sahnehäubchen mit Austoben für Fedder. „Der Hafenpastor ist schon eine meiner schönsten Rollen“, erzählt er. „Und diesmal konnte ich eben ein bisschen Pastor machen, aber auch ein bisschen Büttenwarder - eine Mischung, die mir sehr gefällt.“ Um Kirchenasyl für eine Frau aus Afrika ging es zum Auftakt in „Der Hafenpastor“ (5,23 Millionen Zuschauer), ein Sozialdrama um eine 16-jährige Schwangere lieferte der „Der Hafenpastor und das graue Kind“ (3,85 Millionen). „Die beiden Vorgänger waren ja sehr ernst“, meint Fedder, „aber St. Pauli ist eben auch lustig.“ Und er muss es wissen, ist er doch ein echter Junge von St. Pauli, dem Hafenviertel rund um die Reeperbahn ist seine Heimat.

Die Liebe an der sündigen Meile hält Pastor Book auf Trab, eine verbotene im Besonderen. Glücklich verliebt planen Ina (Verena Altenberger) und Hanno (Matthias Weidenhöfer) ihre Hochzeit. „Die Liebe hört niemals auf“, predigt Book noch, doch wenig später muss er alles daran setzen, die Hochzeit zu verhindern. Denn ausgerechnet Kiezgröße Bodo Schüler (Uwe Bohm) sucht den Beichtstuhl. „Das hier ist eine lutherische Kirche“, klärt Book ihn auf, „es gibt das Beichtgespräch.“ Und in diesem gesteht Bodo, der Vater des künftigen Bräutigams, dass auch die Braut ein Kind von ihm ist. Unter Einhaltung der Schweigepflicht soll der Pastor nun versuchen, die ahnungslosen Verliebten auseinanderzubringen.

Für Regisseur Jan Hinrik Drevs ist es eine Liebesgeschichte „mit vielen Irrungen und Wirrungen“. Sein Plan für den Pastor: weniger Sozialdrama als zuvor, stattdessen mehr romantische Komödie mit Screwball-Elementen. Da geht es dann auch mal lustig drunter und drüber auf dem Kiez. Nicht nur, dass Bräutigam Hanno auch noch die Jugendliebe von Books Schwester Rita (Marie-Lou Sellem) ist, auch Books junge Stellvertreterin Anke (Anna Brüggemann) hat es schwer, denn eigentlich fiebert sie ihrer ersten Trauung auf St. Pauli entgegen. Und dann scheint auch noch die Liebe des Pastors in Gefahr: Seine Sabine (Margarita Broich) will einen Auslandsjob annehmen.

Gut, dass der Pastor seinen Anrufbeantworter hat, wo er sich meldet, wenn er Rücksprache beim lieben Gott halten will: Seine eigene Ansage auf dem Gerät versichert ihm dann: „Hier hört der Herr, ihm kannst du alles sagen.“ Blöd nur, wenn jemand mithört, während er draufspricht, was auf Erden niemand wissen soll.

Fedder selbst geht schon lange nicht mehr in die Kirche, ist ihr aber eng verbunden. „Vor allem dem Michel, wo ich getauft, konfirmiert und getraut worden bin. Den kenne ich in- und auswendig. Dort habe ich als Kind auch sieben Jahre lang im Kirchenchor gesungen“, erzählt er im Interview. „Was übrigens auch der Grund dafür ist, dass ich nicht mehr in Gottesdienste gehe. Jeden Sonntag musste ich für den Chor früh raus, damals war auch noch samstags Schule - ich konnte also nie ausschlafen.“

Für den „Hafenpastor“ steht das Team rund um Produzent Markus Trebitsch in regem Austausch mit der St.-Pauli-Kirche: „Wir arbeiten sehr eng mit den Pastoren der Kirche am Pinnasberg zusammen. Alles, was in den Filmen vorkam, könnte sich ein Autor gar nicht ausdenken“, sagt Trebitsch. „Man kann solche Filme besser umsetzen, wenn man sie mit den Leuten macht, die wirklich im Besitz der Wahrheit sind und uns auch noch einiges zum lieben Gott erzählen können. Dabei haben wir eben auch immer wieder skurrile Geschichten erfahren.“

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erstellt am 12.Okt.2016 | 14:41 Uhr

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