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Hamburg : Rickmers-Gläubiger sollen ohne Versammlung Sanierung zustimmen

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Bertram Rickmers muss zudem 30 Millionen US-Dollar aus seinem Vermögen in die Firma stecken. Nur so kann sie überleben.

Hamburg | Die Gläubiger der taumelnden Reederei Rickmers Gruppe sollen ohne Versammlung dem Sanierungskonzept zustimmen und den Hamburger Rechtsanwalt Kristian Heiser als ihren gemeinsamen Vertreter akzeptieren. Das geht aus der Aufforderung zur Stimmabgabe der Anleihegläubiger hervor, die am Freitag im Bundesanzeiger und auf der Internet-Seite der Rickmers Gruppe veröffentlicht wurde.

Die Reederei Rickmers kennt in Hamburg jeder, zumindest den Namen, meist wegen der „Rickmer Rickmers“ die als Museumsschiff an den Landungsbrücken steht. Die Familie Rickmers stammt von Helgoland. Rickmer Clasen Rickmers gründete die erste Rickmers-Werft auch nicht in Hamburg, sondern in Bremerhaven.  Die Rickmers-Reederei wurde erst 1917 nach Hamburg verlegt.

Rickmers hat sich über eine Anleihe am Kapitalmarkt 275 Millionen Euro geliehen, die im nächsten Jahr fällig würde. Die Laufzeit der Anleihe soll bis Ende 2027 verlängert und Zinsen bis dahin nicht ausgezahlt werden. Sollten die Gläubiger nicht zustimmen, sei die Insolvenz der Reederei die Folge. Die Abstimmung läuft vom 8. bis zum 10. Mai.

Die Hamburger Rickmers Gruppe, eine der großen Charter-Reedereien in Deutschland, ist in schwerer Bedrängnis. Eigentümer Bertram Rickmers muss drei Viertel seiner Anteile abgeben und zusätzlich bis zu 30 Millionen US-Dollar aus seinem Vermögen in das Unternehmen stecken, damit die Reederei überleben kann. Das geht aus einer Veröffentlichung für Anleihegläubiger auf der firmeneigenen Webseite hervor.

Rickmers ist ebenso wie viele andere Reedereien durch die hartnäckige Schifffahrtskrise in Schwierigkeiten geraten. Die Verluste in den ersten neun Monaten 2016 betrugen fast 200 Millionen Euro. Die nächste Zinszahlung ist im Juni fällig, die Rückzahlung der Rickmers-Anleihe ein Jahr später. Zu den finanzierenden Banken gehört auch die HSH Nordbank, die gegenwärtig zum Verkauf steht und auf die mit der Rickmers-Sanierung neue finanzielle Belastungen zukommen.

Die Rickmers Gruppe besitzt oder managt mehr als 100 Containerschiffe sowie rund 30 weitere Massengut- oder Spezialschiffe. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 2000 Mitarbeiter.

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erstellt am 21.Apr.2017 | 18:00 Uhr

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