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Hamburg

05. Dezember 2016 | 11:30 Uhr

Restaurant von Casa-Alfredo-Koch : Prozess um einbetonierte Leiche: Gericht besichtigt Tatort

vom

Im Streit erschießt ein Koch einen 49-Jährigen und versteckt die Leiche. Im Prozess hat der Mann bereits gestanden.

Hamburg | Im Prozess um die Tötung eines mutmaßlichen Schutzgelderpressers will sich das Hamburger Landgericht am Donnerstag (8.30 Uhr) ein Bild vom Tatort machen. Es ist kein gewöhnlicher Kriminalfall, mit dem sich das Hamburger Landesgericht beschäftigt. Denn der renommierte Koch aus St. Georg hatte am 30. September vergangenen Jahres einen Schutzgelderpresser mit dessen eigener Waffe erschossen.

Im beliebten Restaurant Casa Alfredo geschah dies in einem hinteren Raum. Über mehrere Jahre sei er erpresst worden, so der Angeklagte Alfredo M. S. im Prozess. Immer wieder habe er „erhebliche Geldbeträge“ an den verstorbenen Ercan D., 49, zahlen müssen. Sein Restaurant im Souterrain an der belebten Kirchenallee direkt beim Hauptbahnhof sei gut gelaufen. Über mehrere Jahre seien es etwa 25.000 Euro gewesen, die er als Schutzgeld gezahlt habe, meist in Tranchen von 1000 Euro monatlich. D. habe hierbei immer ominöse Schattenmänner vorgeschoben, irgendwann habe er gemerkt, „dass er der Erpresser war“, so der Angeklagte.

Die Leiche habe er in eine Grube im Nebenraum des Lokals in der Nähe des Hauptbahnhofs gezogen und mit Baumaterial zugedeckt, gestand der 52-Jährige vor Gericht. Eigentlich hatte in die Grube ein neuer Fettabscheider eingebaut werden sollen. Zur Tarnung verlegte der Wirt im Restaurant einen neuen Fußboden.

Nach einer Vermisstenanzeige hatte am 18. November 2015 die Polizei nach Spuren des 49-Jährigen in dem Lokal gesucht und dabei auch einen Leichenspürhund eingesetzt. Die Ermittler ließen den Fußboden aufreißen und fanden die Leiche. Der Koch saß ein halbes Jahr in Untersuchungshaft und bekam dann Haftverschonung. Die Anklage gegen ihn lautet auf Totschlag.

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erstellt am 26.Mai.2016 | 07:39 Uhr

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