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Hamburg

06. Dezember 2016 | 11:15 Uhr

ZDF-Serie : „Notruf Hafenkante“: Rhea Harder feiert Jubiläum als Franzi Jung

vom
Aus der Onlineredaktion

Viele kennen sie als Flo Spira in „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“. Fast zehn Jahre ist Harder aber auch schon Kommissarin in Hamburg.

Hamburg | Es passte einfach „wie Arsch auf Eimer“. Kurz und knapp und unverblümt bringt Rhea Harder auf den Punkt, wie das damals so war - beim Casting mit ihrem Kollegen Frank Vockroth für die ZDF-Serie „Notruf Hafenkante“. Wenn sie im Interview in einem Café im Hamburger Stadtteil Eppendorf richtig loslegt, nimmt die gebürtige Berlinerin kein Blatt vor den Mund. Sie kann sich auch so richtig in Rage reden, etwa beim Thema Radfahrer: „Ich finde es grob fahrlässig, wie brutal manche über den Radweg rasen. Das ärgert mich wahnsinnig!“ Die 40-Jährige selbst radelt regelmäßig durch die Hansestadt zu ihren Dreharbeiten, bei denen Rhea zu Franzi wird - seit rund zehn Jahren.

„Notruf Hafenkante“: ZDF-Antwort aufs „Großstadtrevier“

Die ZDF-Polizeiserie „Notruf Hafenkante“ kann als Antwort auf das ARD-Erfolgsformat „Großstadtrevier“ gesehen werden.

Fast 250 Folgen sind seit 2007 auf Sendung gewesen. Das Gebäude des Polizeikommissariats 21, wo die Serie angesiedelt ist, ist in Wirklichkeit das Wasserschutzpolizei-Revier 22

Die Innenaufnahmen entstehen in einem Klinikum im Stadtteil Ochsenzoll. Seit Anfang an dabei sind neben Rhea Harder-Vennewald noch die Darsteller Sanna Englund als Polizeioberkommissarin Melanie Hansen und Fabian Harloff als Notarzt Dr. Philipp Haase. Derzeit sind sommerbedingt immer donnerstags Wiederholungen im Programm.

 

Seit Anfang an gehört sie zum Team von „Notruf Hafenkante“, hatte bereits in der ersten Folge, die Anfang 2007 zu sehen war, ihren Auftritt als Polizistin Franziska Jung. Nicht wenigen Serienfans dürfte die 1,65 Meter große, blonde Frau da schon bekannt gewesen sein. Unmittelbar vor Franzi war sie immerhin einige Folgen lang Valerie in „Alles außer Sex“, für drei Staffeln Sarah in „Berlin, Berlin“ und für mehrere Jahre die „Flo Spira“ in „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“. Auch in anderen Serien übernahm die zierliche Schauspielerin Rollen.

Rhea Harder als Kommissarin Jung.

Rhea Harder als Kommissarin Jung.

Foto: dpa
 

Hamburger Polizisten und Ärzte des Elbkrankenhauses arbeiten in „Notruf Hafenkante“ (donnerstags, 19.25 Uhr) zusammen. Franzi Jung ist Polizeiobermeisterin - und Rhea Harder längst vertraut mit dem Alltag der Beamten wie auch den Unterschieden zum Film. „Das bleibt nicht aus, dass man ein paar Sachen mitbekommt. Wir dürfen immer mal wieder an Kursen teilnehmen, um auf dem aktuellen Stand zu sein“, erzählt sie. „Trotzdem nehmen wir für das filmische Bild Handschellen, obwohl die Polizei selbst eher Kabelbinder benutzt.“ Auch nah am einstigen Berufswunsch ist sie mit Franzi: „Ganz früher wollte ich zur Müllabfuhr, später dann zur berittenen Polizei. Allerdings bin ich durch den Mathetest bei der Polizei gefallen.“

Eine leidenschaftliche Krimi-Guckerin sei sie und liebe nordische Produktionen, erzählt Harder. Auch die ersten „Hafenkante“-Folgen seien „vom Look her eher skandinavischer Krimi, also ein bisschen dunkler“ gewesen. „Dann wurde es heller und es gab eher nett-warme Geschichten“, sagt sie. „Jetzt haben wir eine schöne Mischung: mal lustige Folgen, mal spannende, mal auch sehr ergreifende.“ Ihr Kollege Vockroth, mit dem sie damals gestartet war, blieb bis zur dritten Staffel dabei, am 15. September beginnt auf dem Bildschirm die elfte Staffel der Studio-Hamburg-Produktion.

Die Sorge, wenn die Zusage für den Dreh neuer Folgen noch aussteht, kennt Harder. „Dann werden alle unruhig, bei mir setzt das aber immer relativ spät ein, weil ich gar nicht so viel darüber nachdenke, sondern mich immer eher treiben lasse.“  Verheiratet - seit ihrer Hochzeit 2013 heißt sie Harder-Vennewald - und dreifache Mutter ist die Schauspielerin: Moritz ist zwölf, Bruno sechs und Leni-Ava zwei Jahre alt. Die Kinder sollen ihren eigenen Weg finden. „Einen Job muss man sich wirklich selbst erarbeiten, sonst weiß man nicht, was es bedeutet, ihn zu haben“, sagt Harder.„Wenn man sich ins gemachte Nest setzt, dann geht man vielleicht beim ersten Steinchen in die Knie.“ In ihre Rollen eingebunden waren die Kinder indessen schon: In „Berlin, Berlin“, etwa wurde zuerst ihre Schwangerschaft mit Moritz integriert, dann Moritz selbst. Für ihre größer werdende Familie legte sie mehrere „Hafenkante“-Pausen ein - auch ihre Polizistin Franzi ist Mutter.

Was sie sonst noch gemeinsam mit ihrer Rolle hat? „Franzi und ich sind Bauchmenschen. Und meistens sind diese Entscheidungen auch richtig oder stellen sich wenigstens im Nachhinein als richtig heraus“, sagt sie. „Es ist aber auch nicht ganz einfach, weil man nicht immer unbedingt erklären kann, warum man etwas macht. Ich bin aber eben überhaupt kein analytischer Mensch, sondern sehr emotional  gesteuert. Wenn es mir nicht gut geht, merkt das jeder.“ Abschalten könne sie nach dem Dreh gut beim Radfahren auf dem Heimweg. „Man kann den Tag Revue passieren lassen, hat auch mal ein bisschen Stille, und da ich ein Bewegungsmensch bin, brauche ich das unbedingt zum Wohlfühlen.“

Einen Pferdefilm würde sie sehr gern mal drehen, „man bräuchte mich beim Reiten noch nicht mal zu doubeln“. In den Serienpausen nimmt sich die Schauspielerin, die auch in Hörspielen wie als Gaby in „TKKG“ mitwirkt, ohnehin Zeit für andere Projekte, etwa zuletzt für einen Dora-Heldt-Film. Durch die Serienarbeit sei sie es gewohnt, schnell zu arbeiten und sich perfekt vorzubereiten. „Da kann ich nicht den Regisseur fragen: Wo komme ich gerade her und was habe ich davor gemacht?! Das ist meine Arbeit. Punkt. Aus. Ende.“ Für Harder ist klar: „Das gehört einfach zum Handwerk. Ein Bäcker muss auch wissen, wie viel Hefe er in den Teig macht.“

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erstellt am 08.Aug.2016 | 13:01 Uhr

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