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Hamburg

10. Dezember 2016 | 00:15 Uhr

Olympia in Hamburg? : Nicht jeder ist Feuer und Flamme

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

In der Hansestadt wackelt die Mehrheit der Befürworter immer mehr. Es formiert sich eine Front von Olympia-Kritikern und Gegnern.

Hamburg | Der Zweikampf um die deutsche Olympia-Kandidatur für 2024 läuft. Gut möglich, dass am Ende die Akzeptanz in der Bevölkerung den Ausschlag zwischen Hamburg und Berlin gibt. Noch glänzt in dieser Disziplin die Hansestadt mit deutlich höheren Zustimmungswerten. Doch auch an der Elbe ist nicht jeder begeistert von Sommerspielen, die rund 6,5 Milliarden Euro kosten sollen. Die Front der Kritiker formiert sich, die Bandbreite reicht von schroffer Ablehnung bis zum „Ja, aber...“.

Die Initiative „(N)Olympia“ trägt das Nein schon im Namen – lässt per Klammer aber ein Hintertürchen. Das Bündnis aus Stadtteilgruppen, Mieterinitiativen und Gewerkschaftern sei nicht grundsätzlich gegen die Spiele, versichert Sprecher Dirk Seifert, aber: „Wir werden uns die Kosten ganz genau ansehen.“ Klar sei auch: Das IOC müsse seine Anforderungen radikal ändern und dürfe die Städte nicht länger gegeneinander ausspielen. Seifert und seine Mitstreiter befürchten auch steigende Mieten samt Vertreibung angestammter Bewohner, Bauruinen sowie Verkehrsbelastungen. Der Naturschutzbund (NABU) wiederum will die Belange der Umwelt berücksichtigt sehen. Olympia in Hamburg müsse „die Grünanteile erhalten, weil diese für die Lebensqualität von Mensch und Natur unverzichtbar sind“, fordert NABU-Landesgeschäftsführer Alexander Porschke. Auch Luftreinhaltung und Klimaschutz seien wichtig.

Ein Nein ohne Wenn und Aber kommt von der Links-Partei. Deren sportpolitischer Sprecher, Mehmet Yildiz: „Sollten die Pläne umgesetzt werden, drohen alle Befürchtungen der Olympia-Gegner wahr zu werden: Mietsteigerungen, Verdrängung und Milliardenschulden sind programmiert.“ Olympia gehe völlig an den Bedürfnissen der Hamburger vorbei.

Dagegen können sich die Grünen zu keiner eindeutigen Haltung durchringen. Ein Vorstandsantrag für das Wahlprogramm trägt die Überschrift „Olympia? So nicht!“. Zwar ist darin die Rede von einer „eigentlich charmanten Idee von Olympischen Spielen der kurzen Wege“. Doch das allein überzeuge nicht. Auch die Öko-Partei fürchtet außer Milliardenschulden auch negative Folgen für die Stadtentwicklung: „Wir wollen keine Spiele, die Hamburg umkrempeln und an die Knebelverträge des IOC ausliefern!“

Mittlerweile wird zwischen Ablehnung und Zustimmung  eine dritte Auffassung laut: Hamburg und Berlin sollten gemeinsam antreten, um Synergien zu nutzen und viel Geld zu sparen. Der fraktionslose Bürgerschaftsabgeordnete Walter Scheuerl sagt: „Hamburg braucht keine Stadion-Ruine in der HafenCity,  während es in Berlin ein Olympia-Stadion gibt.“

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erstellt am 09.Sep.2014 | 12:07 Uhr

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