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Hamburg

11. Dezember 2016 | 03:18 Uhr

A7 in Hamburg-Stellingen : Neuer Teil der Langenfelder Brücke für Verkehr freigegeben

vom

Voraussichtlich ab Dezember soll der gesamte Verkehr auf sechs Spuren über den neuen Teil fahren.

Hamburg | Die Operation am offenen Herzen ist halb geschafft – und der „Patient“ hat den Eingriff bislang leidlich überstanden: Der neue Ostteil der Langenfelder Brücke im Zuge der Autobahn 7 in Hamburg-Stellingen wurde am Montag für den Verkehr freigegeben.

Seit Sommer 2014 war die Brückenhälfte für die Richtungsfahrbahn Flensburg abgerissen und an Ort und Stelle neu errichtet worden. Während der Zeit rollten werktags 150.000 Fahrzeuge sechsspurig über den westlichen Brückenteil. Trotz Verschwenkung und Tempolimit 60 hielten sich die Verkehrsbehinderungen in Grenzen.

Die Langenfelder Brücke gilt als das schwierigste Einzelprojekt beim A7-Ausbau zwischen Elbtunnel und Bordesholmer Dreieck. Nicht nur muss der Autoverkehr während der Arbeiten weiterfließen, auch der Bahnverkehr darunter dürfe nicht zum Stillstand kommen, berichtete Dirk Brandenburg, Geschäftsführer des Projektgesellschaft Deges, gestern bei einer Baustellenbegehung.

Die gut 400 Meter lange Querung überspannt 19 Fern- und S-Bahngleise, dort rollen die Fernbahnen in Richtung Kiel und Sylt sowie die S-Bahnen der Linie S3 nach Pinneberg. 

Damit Autos und Züge trotz Großbaustelle weiterhin fahren können, braucht es allerlei Fantasie, Geschick und technische Finesse der Ingenieure. Die bestehenden Brückenteile müssen zunächst von ihren Anschlüssen abgetrennt, zur Seite verschoben und am Rand demontiert werden. Zudem gilt es, die alten Brückenpfeiler durch neue zu ersetzen.

In umgekehrter Reihenfolge schieben die Bauarbeiter sodann die Unterkonstruktion des Neubaus über die Gleise, bringen Betonplatten auf, die schließlich asphaltiert werden. Für den Ostteil ist dies vollbracht. „Es ist beeindruckend, ein so großes Bauvorhaben bei laufendem Verkehr umzusetzen. Das zeigt das Können der Ingenieure und Bauarbeiter“, staunte Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) in Gummistiefeln und mit Schutzhelm auf der Baustelle.

Die tragenden Bauteile der rund 40 Jahre alten Betonbrücke waren so sanierungsbedürftig sind, dass sich die Planer im Zuge der A7-Verbreiterung um zwei Fahrspuren für einen Ersatzbau entschieden. Dessen Konstruktion besteht im Kern aus Stahl, was Tragfähigkeit und Lebensdauer erhöhen soll.

Zum Schutz der Anwohner errichtet die Deges zudem sieben Meter hohe Lärmschutzwände und versieht die Brücke mit Flüsterasphalt. Die Arbeiten liegen laut Deges im Zeitplan. Läuft auch beim westlichen Brückenbau alles glatt, wird er Neubau Ende 2018 fertig sein. Kostenpunkt: rund 80 Millionen Euro.

Bis Ende November wird nun die Baustelle umgestellt, was zu nächtlichen Verkehrsbehinderungen führen kann. Voraussichtlich ab dem 9. Dezember soll der gesamte Verkehr auf sechs Spuren über den neuen Ostteil rollen. Dann beginnt der Abriss des Westteils.

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erstellt am 21.Nov.2016 | 10:00 Uhr

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