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Ottensen : Neuer Supermarkt in Hamburg: „Glutenfrei ist kein Trend“

vom
Aus der Onlineredaktion

In wenigen Wochen eröffnet Hamburgs erster glutenfreier Supermarkt. Ab Donnerstag öffnet das angrenzende Café.

Hamburg | Wer sich glutenfrei ernährt, muss nicht verzichten, schon lange bieten Supermärkte eine kleine Auswahl an Alternativen an. Doch das reichte Nils Hilker (39) und Lutz von Buttlar (39) nicht. „Wir wollen unseren Kunden ermöglichen, dass sie bei uns alles auf einmal kaufen können“, so Nils Hilker. One-Stop-Shopping heißt das Prinzip des Einkaufens eines gesamten Bedarfs an nur einem Ort, das die beiden Geschäftsleute anbieten.

Bei „G(l)ut'n'free“ ist alles glutenfrei: Müsli und Brotaufstriche, Pizza und Pasta, Mehle und Backzutaten, Fertiggerichte und Tiefkühlware. Abgerundet wird das Sortiment durch Produkte, die von Natur aus glutenfrei sind, wie Biofleischprodukte aus Mecklenburg-Vorpommern, laktosefreier Käse sowie saisonales Obst und Gemüse. „Wer Burger machen will, bekommt bei uns auch alle Zutaten dafür“, so Lutz von Buttlar. 

Schon immer hatten die beiden Gründer eine Affinität zu guten Lebensmitteln, beide stammen aus dem Lebensmittelbereich, und haben ihre zehn Jahre Berufserfahrung überwiegend in der Branche absolviert. „Wir wollten es nicht machen, um zu gründen, sondern weil wir von dem Konzept überzeugt sind“, so Nils Hilker. Vor eineinhalb Jahren kam ihnen die Idee, einen glutenfreien Supermarkt mit einem Café und Backwarenverkauf zu verbinden. Vor drei Monaten bekamen sie die Zusage für die Räumlichkeiten am Spritzenplatz mitten in Altona, gut mit S-/U-Bahn, Bus und Fernverkehr zu erreichen.

Mittlerweile ist der Estrich getrocknet und die Regale aufgebaut. Im hinteren Bereich befindet sich der Supermarkt mit Platz für rund 1200 Produkte. Im Eingangsbereich gibt es Sitzmöglichkeiten. Auch die Kaffeemaschine ist schon angeschlossen. 

Viele Menschen reagieren empfindlich auf Gluten, genau wie Nils Hilker und Lutz von Buttlar. Die Hamburger ernähren sich seit einiger Zeit glutenfrei. Beiden geht es ohne das Klebereiweiß deutlich besser: „Ich schlafe besser, fühle mich besser und habe sogar ein wenig abgenommen“, so Nils Hilker. Eine glutenfreie Ernährung ist aber nicht automatisch gesünder. „Oft wird alles in einen Topf geschmissen, vegan, vegetarisch, glutenfrei. Glutenfrei ist kein Trend“, so Lutz von Buttlar.

Eine diagnostizierte Gluten-Unverträglichkeit ist die häufigste Lebensmittel-Intoleranz in Europa. Die chronische Darmerkrankung nennt sich Zöliakie. Schon kleine Mengen des Klebeeiweiß können die Darmschleimhaut der Betroffenen schädigen. Vielen aber bekommt eine glutenfreie Ernährung besser. Gluten kommt vor allem in Weizen, Dinkel, Roggen, Gerste und Hafer vor, wird aber auch als Bindemittel in der Lebensmittelindustrie benutzt und ist daher auch beispielsweise in Rahmspinat oder Sauce Hollandaise.

Bei „G(l)ut’n’free“ nicht. „Wer bei uns einkauft, bekommt ohne Ausnahme glutenfreie Produkte und kann bedenkenlos einkaufen“, betont Nils Hilker. Manche Produkte sind darüber hinaus laktosefrei, bio und/oder vegan. Die Diplom-Kaufmänner legen viel Wert auf schöne Produkte und nette Marken, die etwas verkörpern. Und eines macht sie zum wirklichen Hanseatischen Shop: auch das Franzbrötchen haben sie im Angebot, natürlich glutenfrei. Ein Bäcker hat es extra entwickelt. Am Donnerstag kommt es erstmals in den Handel.

> Info: G(l)ut’n’free, ab April am Spritzenplatz 10, 22765 Hamburg, www.glut-n-free.com. Das Café öffnet bereits am Donnerstag, dann gibt es auch schon glutenfreie Backwaren zu kaufen.

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erstellt am 14.Mär.2017 | 13:32 Uhr

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