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Hamburg

06. Dezember 2016 | 18:59 Uhr

Journalisten-Auszeichnung von Gruner und Jahr : Nannen-Preis 2016: Das sind die Gewinner

vom
Aus der Onlineredaktion

Er gilt als einer der renommiertesten Journalisten-Preise in Deutschland. Warum das zeigen die Gewinner-Geschichten.

Hamburg | 2015 war Pause, am Donnerstagabend wurde der Nannen-Preis, die begehrte Journalisten-Auszeichnung aus dem Hamburger Verlagshaus Gruner und Jahr, wieder vergeben. Zwar gab es nur eine abgespeckte Variante von dem, was der Preis einmal war, die Einsendungen und Preisträger präsentierten dafür aber wieder herausragende Geschichten des deutschen Journalismus.

In den USA gibt es den Pulitzer-Preis, mit dem herausragende journalistische Arbeiten gewürdigt werden - auch international. Ein deutsches Pendant ist der Nannen-Preis, der aber national begrenzt bleibt.

Sechs Arbeiten wurden im Curio-Haus am Donnerstagabend mit dem Nannen-Preis ausgezeichnet. Die Bandbreite reicht von Kriegsreportagen über Enthüllungen zur WM 2006 bis zu Fotostrecken über Nachbarn.

Beste Reportage

Sieger in der traditionsreichen Kategorie „Beste Reportage“ – und damit Gewinner des Egon Erwin Kisch-Preises – wurde Jan Christoph Wiechmann für den Beitrag „Drei Krieger“. In seinem Beitrag schreibt der Stern-Autor über drei Männer von drei verschiedenen Kontinenten, deren Lebenswege sich 2010 kreuzten, als eine Bundeswehreinheit beim Dorf Isa Khel in Afghanistan in einen Hinterhalt der Taliban geriet.

Investigation

In der Wettbewerbskategorie Investigation zeichnete die Jury das „Spiegel“-Team Jürgen Dahlkamp, Rafael Buschmann, Gunther Latsch, Udo Ludwig, Jörg Schmitt und Jens Weinreich aus für den Beitrag „Sommer, Sonne Schwarzgeld“, in dem die Journalisten Unregelmäßigkeiten im deutschen Organisationskomitee für die Fußballweltmeisterschaft 2006 aufdeckten.

Foto-Reportage

Den Nannen-Preis in der Kategorie Foto-Reportage gewann Arne Svenson für den Fotobeitrag „Die Welt ist mir zu viel“, der im „Zeit Magazin“ veröffentlicht wurde. Der in New York lebende Svenson fotografierte für die Bilderserie „The Neighbours“ von seinem Studio aus seine Nachbarn.

Inszenierte Fotografie

Mit dem Nannen-Preis für Inszenierte Fotografie wurden Jojakim Cortis und Adrian Sonderegger für ihre in „Geo“ erschienene Arbeit „Trauen Sie ihren Augen nicht!“ ausgezeichnet. Die Künstler bauten Ikonen der Fotografie im Atelier nach und zeigten, wie leicht Bilder eine scheinbare Realität vortäuschen können.

Dokumentation

Die Kategorie Dokumentation konnte Wolfgang Bauer mit seinem Beitrag „Ich bin jetzt eine andere. Das spüre ich. Jemand, den ich nicht kenne“ für sich entscheiden. Der „Zeit“-Reporter erzählt im „Zeit Magazin“ die Geschichte von Frauen aus Nigeria, die aus den Lagern der islamistischen Terrororganisation Boko Haram fliehen konnten.

Web-Reportage

Mit dem Nannen Preis 2016 für die beste Web-Reportage würdigte die Jury Theresa Rentsch, Julius Tröger, André Pätzold, Moritz Klack, David Wendler und Max Boenke für „M29–Berlins Buslinie der großen Unterschiede“. Das Interaktiv-Team der „Berliner Morgenpost“ nimmt die User Haltestelle für Haltestelle mit auf eine Entdeckungsreise durch die Stadt – von sozialen Brennpunkten bis zu den Villengegenden und Szenevierteln.

Sonderpreis

Außer den Trophäen in den sechs Wettbewerbskategorien vergab der „Stern“ einen Sonderpreis an Hosam Katan. Der syrische Fotograf wurde für seine außergewöhnliche journalistische Leistung im Kriegsgebiet in und um Aleppo ausgezeichnet. Den Preisüber reichte der „Stern“-Chefredakteur Christian Krug. Hosam Katan stehe stellvertretend für viele syrische Medienaktivisten, die unter großer Gefahr Bilder und Informationen aus Gegenden geliefert haben, die für ausländische Journalisten nahezu unzugänglich geworden seien, begründete die Jury ihre Entscheidung. Ohne engagierte lokale Fotografen und Journalisten wie sie wäre eine Berichterstattung aus Syrien kaum noch möglich.

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erstellt am 29.Apr.2016 | 17:15 Uhr

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