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Hamburg

11. Dezember 2016 | 01:23 Uhr

Zugverkehr in HH und SH : Nadelöhr Hamburger Hauptbahnhof: Bahn dementiert neues Gleis

vom

Zu klein, zu eng, zu voll: Täglich passieren 500.000 Menschen den Hamburger Hauptbahnhof. Eine Vergrößerung müsste her. Die ist aber erstmal nicht in Sicht.

Hamburg | Ein Bahnhof wie in der Zwangsjacke: Hamburgs Hauptbahnhof platzt aus allen Nähten, doch ein Befreiungsschlag ist nicht in Sicht. Die Bahn hat am Montag Hoffnungen von SPD und Grünen relativiert, dass schon in absehbarer Zeit ein zusätzlicher Bahnsteig für Entlastung sorgen wird.

Per Antrag wollen die rot-grünen Bürgerschaftsfraktionen noch im September den Bau eines Bahnsteigs am bisherigen Durchfahrtsgleis Gleis 9 in der Mitte der Halle vorschlagen. Im Antrag heißt es, das Landesparlament unterstütze die Planungen der Deutschen Bahn AG, „die Kapazitäten des Schienenknotens Hamburg durch den Bau eines zusätzlichen Bahnsteigs an Gleis 9 zu steigern.“

Das Dementi kam schnell. Bahnsprecher Egbert Meyer-Lovis: „Einen zusätzlichen Bahnsteig wird es erst einmal nicht geben können.“ Für diesen müssten beide Durchfahrtsgleise (9 und 10) wegfallen, der Güterverkehr könnte den Knotenpunkt dann nicht mehr wie bisher passieren.

Chancen auf die Umwidmung von Gleis 9 für den Personenverkehr gibt es laut Bahnsprecher frühestens, wenn die S 4-Verbindung von Hamburg nach Bad Oldesloe fertig ist – also ab Mitte der 2020er Jahre. Dann fallen die Regionalzüge nach Stormarn weg, in der engen Halle wäre etwas mehr Luft. Meyer-Lovis: „Aber auch dann müssten wir erst durchrechnen, ob eine Aufgabe der Durchfahrtsgleise mit den Betriebsabläufen in Einklang zu bringen wäre.“

Täglich passieren 500.000 Menschen den Hauptbahnhof, in Europa ist nur der Pariser Gare du Nord stärker frequentiert. Bahnchef Rüdiger Grube spricht vom größten „Flaschenhals“ im Netz der Deutschen Bahn. Doch die Engpasserweiterung in dem 1906 eingeweihten Gebäude ist äußerst schwierig, der Zubau von Gleisen an den Seiten unmöglich. Laut Meyer-Lovis: „Das gilt auch für die Verlegung von Gleisen unter die Erde. Da fährt schon die U-Bahn.“

Eine gewisse Verbesserung zeichnet sich zumindest für den Südsteg ab, auf dem das größte Gedränge herrscht. Die Stadt prüft Überlegungen, das bisher geschlossene Südportal zur Steintorbrücke hin zu öffnen. Zum Konzept gehören auch zusätzliche Niedergänge von der Brücke zu den Gleisen. Die dortige Straße müsste dann für Privat-Kfz gesperrt werden.

Derzeit lässt die Stadt untersuchen, welche Folgen dies für die Verkehrssituation rund um den Hauptbahnhof hätte. Das Gutachten soll Ende des Jahres vorliegen.

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erstellt am 13.Sep.2016 | 07:34 Uhr

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