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Hamburg

05. Dezember 2016 | 13:36 Uhr

Hamburg : Mieterverein: Sozialhilfeempfänger und Stadt sollen sich gegen Vermieter wehren

vom

Viele Vermieter rechnen die Nebenkosten falsch ab. Das kommt die Stadt teuer zu stehen.

Hamburg | Der Mieterverein zu Hamburg hat Stadt und Sozialhilfeempfänger aufgefordert, stärker gegen unberechtigte Forderungen von Vermietern vorzugehen. Würde sich jeder der rund 120.000 Haushalte, die Transferleistungen erhielten, bei Problemen mit dem Vermieter beraten lassen, könnte die Stadt pro Jahr rund 12 Millionen Euro sparen, zeigte sich der Vorsitzende des Mietervereins, Siegmund Chychla, am Dienstag überzeugt.

Allein 2015 habe der Mieterverein der Stadt - sie finanziert die Kosten der Transferleistungsempfänger aus Steuermitteln - rund 180.000 Euro erspart. Von 2009 bis 2015 seien es fast eine Million Euro gewesen - Geld, das zu Unrecht auf Vermieterkonten gelandet wäre.

Chychla verwies auf die bereits seit 13 Jahren bestehende Zusammenarbeit der Sozialbehörde mit dem Mieterverein. Danach können sich Transferleistungsempfänger bei Problemen mit dem Vermieter kostenlos an den Mieterverein wenden. Den Vereinsbeitrag in Höhe von 40 Euro übernehme die Sozialbehörde. Früher hätten Empfänger von Transferleistungen Rechnungen des Vermieters einfach an die Behörde weitergeleitet, die ihrerseits aus Ahnungslosigkeit einfach gezahlt habe, sagte Chychla. Das sei inzwischen deutlich besser geworden, sei aber noch ausbaufähig. Denn „alles, was der Mieter nicht bezahlen muss, muss auch die Stadt nicht bezahlen“, sagte Chychla.

Die meisten vom Mieterverein beanstandeten Fälle betrafen den Angaben zufolge falsche Nebenkostenabrechnungen. Und es seien nicht nur private Vermieter gewesen, die gegen Regeln verstießen. So habe die städtische Wohnungsgesellschaft SAGA/GWG zu Unrecht die Miete für Rauchmelder den Mietern aufgebürdet, sagte Chychla. In einem anderen Fall habe sie versucht, nicht nur die Pflege des zum Haus gehörenden Gartens, sondern auch gleich des daran angrenzenden öffentlichen Parks auf die Mieter umzulegen, sagte Chychla.

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erstellt am 26.Apr.2016 | 14:56 Uhr

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