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Hamburg

03. Dezember 2016 | 05:44 Uhr

Kennedybrücke in Hamburg : Messerattacke auf 16-Jährigen: Polizei hat Zweifel an Terrorakt

vom

Bluttat an der Alster: Polizei soll eine Spur haben, die nicht zum Islamischen Staat führt.

Hamburg | Ist wirklich die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) für die tödlichen Messerstiche auf einen Jugendlichen an der Hamburger Alster verantwortlich? Die Polizei prüft dass, soll aber auch einer heißen Spur nachgehen, die definitiv nicht zum IS führt. Offenbar deshalb liegen die Ermittlungen weiter bei der Hamburger Mordkommission.

Am Wochenende hatte sich die Terrormiliz über ihr Sprachrohr „Amak“ überraschend zu der Bluttat auf Victor E. (16) bekannt. Wir schließen nichts aus“, erklärte ein Polizeisprecher am Montag. Allerdings seien im Zusammenhang mit dem Bekennerschreiben Fragen aufgetaucht. „Es ist nach wie vor unklar, ob die Botschaft echt ist.“

Denkbar ist, dass IS-Strategen den Mord für Propagandazwecke missbrauchen wollen. Zwar passt ein Messerangriff im öffentlichen Raum zum Vorgehen der Terrormiliz – doch in diesem Fall folgte das angebliche Bekenntnis erst zwei Wochen nach der Tat, was ungewöhnlich ist. Außerdem ist die „Amak“-Mitteilung inhaltlich nicht korrekt. In der Nachricht heißt es, der Terrorist hätte zwei Personen „erstochen“ beziehungsweise „niedergestochen“ (englisch: „stabbed“). Tatsächlich wurde nur Victor E. am 16. Oktober unterhalb der Kennedybrücke mit mehreren Stichen getötet. Seine Begleiterin (15) wurde ins Wasser gestoßen und blieb unverletzt.

Nach Informationen der „Bild“-Zeitung geht die Mordkommission bereits seit Tagen einem wichtigen Hinweis nach. Und die Hamburger Morgenpost berichtet, die Ermittler hätten eine heiße Spur, die eben nicht zum IS führe. Die Polizei wollte das nicht bestätigen. Ein Sprecher des Hamburger Verfassungsschutzes sagte allerdings: „Niemand sollte der Terrormiliz auf den Leim gehen. Die gezielte Instrumentalisierung der Medien gehöre zur Taktik des IS, um die Menschen zu verunsichern.“

Federführend sei weiterhin die Mordkommission, stellte am Montag ein Sprecher der Hamburger Innenbehörde klar. Der Staatsschutz sei aber beteiligt. Würde der Verdacht auf einen Terrorakt überwiegen, würde die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe übernehmen. Sie erklärte, man halte Kontakt mit den Hamburger Behörden.

Die Beschreibung des Angreifers ist eher dürftig – für ein Phantombild reichten die Angaben der 15-Jährigen nicht aus. 23 bis 25 Jahre alt soll der Mann sein, ein „Südländer“ mit Dreitagebart, der vermutlich mit einer Jeans und einem braunen Pullover bekleidet war.

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erstellt am 31.Okt.2016 | 13:13 Uhr

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