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07. Dezember 2016 | 17:34 Uhr

Hamburger Reeperbahn : Sex-Angriff zu Silvester - Opfer und Freunde erinnern sich kaum

vom

Bislang gab es nach den Sex-Angriffen in der Silvesternacht in Hamburg 243 Strafanzeigen und noch keine einzige Verurteilung. Auch im aktuellen Prozess gibt es Hindernisse für die Aufklärung.

Hamburg | Im Prozess um einen Sex-Angriff an Silvester in Hamburg haben die betroffene 19-Jährige und ihre beiden Begleiter eingeräumt, sich nicht genau an die Nacht erinnern zu können. Zuletzt sahen sich die drei im Club „Mash Up“, berichteten die Zeugen vor dem Landgericht am Montag. Beide Männer gaben an, zu dem Zeitpunkt stark alkoholisiert gewesen zu sein. Die 19-jährige habe in den frühen Morgenstunden jemanden in dem Club kennengelernt und sei dort auch mit ihm intim geworden. Ob es sich dabei jedoch um den Angeklagten gehandelt habe, konnte keiner der beiden Zeugen erinnern.

Die sexuellen Übegriffe zu Jahresbeginn an der Hamburger Reeperbahn sowie am Kölner Hauptbahnhof hatten bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Die Masse der bislang noch unzureichend aufgeklärten Taten lösten einmal mehr eine Debatte über Verschärfungen des Asylrechts und des Sexualstrafrechts aus.

Der etwa 19 Jahre alte Flüchtling aus Afghanistan ist angeklagt, die junge Frau am Neujahrsmorgen in der Nähe des Bahnhofs Stellingen sexuell genötigt und verletzt zu haben. Die beiden Begleiter waren mit der Frau in der Silvesternacht im Bereich der Reeperbahn unterwegs.

Die beiden Freunde sagten aus, vor der 19-Jährigen den Club verlassen zu haben. Was danach geschah, konnte teilweise anhand von Videomaterial der Bahnhofsüberwachungskameras rekonstruiert werden.

Hier sehe man das Opfer mit dem Angeklagten sowie einer Gruppe anderer junger Männern am S-Bahnhof Reeperbahn einsteigen und am Stellinger Bahnhof wieder aussteigen, beschrieben die Richter das Filmmaterial. Dabei sei zu sehen, dass die zu diesem Zeitpunkt stark alkoholisiert wirkende junge Frau von den anderen Männern beim Gehen gestützt wurde.

Die Richterin gab an, dass die Frau am vergangenen Prozesstag, an dem die Öffentlichkeit ausgeschlossen war, ausgesagt habe, sich kaum noch an die Nacht erinnern zu können. Einer der beiden Freunde des Opfers sagte jetzt vor Gericht, sie habe ihm berichtet, sich daran erinnern zu können, wie sie in einem fremden Bett lag und einen Mann anschrie.

Wieder zuhause angekommen sei sie voller Bisswunden am Körper und weiterer Verletzungen im Gesicht gewesen.

Zwei Polizeibeamte sagten am Montag aus, den mutmaßlichen Täter am frühen Silvesterabend kurzzeitig in Gewahrsam genommen zu haben. Der Mann habe wiederholt eine Absperrung übertreten, die wegen der Überfüllung auf dem Kiez aufgestellt worden war. Sie berichteten, der Angeklagte habe nach der Festnahme lautstark geweint. Er sei unter Umständen leicht angetrunken, jedoch nicht aggressiv gewesen. Für den nächsten Verhandlungstermin am 2. August sind fünf weitere Zeugen geladen, darunter drei Kriminalbeamte und zwei Sachverständige.

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erstellt am 25.Jul.2016 | 18:25 Uhr

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