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23. März 2017 | 01:27 Uhr

Hamburg : Linkes Stadtteilzentrum KoZe fordert faire Perspektive

vom

Die CDU warnt vor einer zweiten „Roten Flora“, der Investor will am Hamburger Hauptbahnhof ab Herbst 2016 bauen.

Hamburg | Seit Wochen schwelt der Streit über das Kollektive Zentrum KoZe im Münzviertel am Hamburger Hauptbahnhof. Die Stadt hat dem Verein „Kunstlabor naher Gegenden“ einen Teil einer leerstehenden Kita mietfrei zur Zwischennutzung überlassen. Der Investor Hanseatische BauKonzept HBK will hier ab Herbst 2016 rund 400 Wohnungen bauen. Seit dem 27. Juli steht ein Bauzaun auf dem Gelände. Damit würden Asbestarbeiten abgesichert, sagt dei Finanzbehörde. Damit solle die Räumung der Gebäude vorbereitet werden, kritisiert dagegen das links-alternative Stadtteilzentrum. Polizisten seien ständig dort.

Die Rote Flora ist ein Autonomes Zentrum im seit November 1989 besetzten Restgebäude des ehemaligen Flora-Theaters am Schulterblatt 71 im Schanzenviertel des Hamburger Stadtteils Sternschanze. Seit 1988, mit der Verhinderung des Umbaus der Flora zu einem Musicaltheater, gilt sie als Symbol eines linksradikalen Widerstands oder auch Brennpunkt politisch motivierter, gewaltsamer Auseinandersetzungen.

Im Streit über die Zukunft des „Kollektiven Zentrums“ haben die Betreiber vom Senat eine faire Perspektive gefordert. Der jetzige Raum sei viel zu klein, der Bedarf für ein Kulturzentrum aber riesig, erklärten mehrere Gruppen und die Stadtteilinitiative Münzviertel am Mittwoch.

Gemeinsam mit Akteuren und Initiativen „bringt sich das KoZe nun in Stellung, um den Kampf gegen die drohende Räumung und für eine solidarische Stadtentwicklung von unten aufzunehmen“, hieß es in der Einladung zu ihrer Veranstaltung. Bei der Aufstellung des Bauzauns gab es schon einzelne Scharmützel mit der Polizei.

Offiziell hat der Verein nur das Erdgeschoss des Gebäudes mit 70 Quadratmetern und eine Außenfläche von 50 Quadratmetern gemietet, sagt die Finanzbehörde. Spielplatz und Hof, Keller und erster Stock gehörten definitiv nicht dazu.

Der Vertrag mit der HBK wurde schon im Dezember 2014 unterschrieben, das etwa 8500 Quadratmeter große Gelände gehört aber noch der Stadt. Vor der Übergabe muss es noch einen Architektenwettbewerb geben und der Kaufpreis muss vollständig überwiesen sein.

Die HBK will hier rund 400 Wohnungen bauen, 60 Prozent der Wohnfläche werde öffentlich gefördert. „Bei den öffentlich geförderten Wohnungen sind Seniorenwohnungen und familiengerechte Wohnungen gleichberechtigt vorgesehen. Das Studentenwohnheim wird an eine gemeinnützige Stiftung vermietet um die Belegung durch Studenten- und Auszubildende zu sichern. Darüber hinaus werden einige frei finanzierte Mietwohnungen entstehen“, sagt der Investor.

In dem KoZe sind mittlerweile diverse Gruppen vertreten, eine Fahrradwerkstatt ist entstanden und Kurse werden angeboten. „Der Zulauf ist riesig“, sagte ein KoZe-Sprecher der „tageszeitung“. Das Konzept des KoZe für das Gelände sei besser, als das der HBK.

Der Komplex mit der früheren Gehörlosenschule und der Kita soll bis auf ein unter Denkmalschutz stehendes älteres Gebäude abgerissen werden. Der Abriss des früheren Schulgebäudes solle nach den Asbestarbeiten beginnen, also etwa Ende August oder Anfang September, heißt es bei der Finanzbehörde. Das Souterrain des Backsteinbaus soll später stadtteilbezogen genutzt werden, also etwa für eine Fahrradwerkstatt.

Das Kita-Gebäude könne solange stehenbleiben, bis es den Bauarbeiten im Weg stehe, sagte der Sprecher der Finanzbehörde, Daniel Stricker.

Das wäre etwa voraussichtlich bis Sommer oder Herbst 2016. Der Mietvertrag mit dem Verein sei monatlich kündbar, erklärte Stricker: „Wir haben kein Problem mit dem ,Kunstlabor naher Gegenden', aber mit Leuten, die keinen Respekt vor fremdem Eigentum haben.“

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erstellt am 12.Aug.2015 | 14:21 Uhr

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