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Hamburg

03. Dezember 2016 | 10:39 Uhr

Hamburg : Mehr Züge für Hamburger S-Bahn und ein neuer Bahnhof

vom

Das Hamburger S-Bahnnetz stößt an seine Grenzen. Deshalb sollen bald mehr Züge fahren.

Hamburg | Überfüllte Züge, Verspätungen, Ausfälle: Hamburgs S-Bahnnetz stößt an seine Grenzen. Wegen des stetigen Bevölkerungswachstums in Stadt und Umland reichen die Kapazitäten kaum aus, um dem Ansturm Herr zu werden. Am Dienstag hat der Senat mit einem Doppelschlag auf die steigende Nachfrage reagiert: mit einem neuen Bahnhof und mit mehr Zügen.

Weil allein 271 Millionen Menschen jährlich die S-Bahn nutzen (2015), soll ein bereits angekündigter Fahrplanwechsel am 11. Dezember helfen, Verspätungen zu vermeiden - und Jahre später auch Infrastruktur-Verbesserungen. Wegen dieser Verzögerungen stießen die akutellen Ankündigungen des Senators bei der Opposition der Bürgerschaft auf harsche Kritik.

Verkehrssenator Frank Horch (parteilos) kündigte den Einsatz von zwölf zusätzlichen, neuen S-Bahnzügen ab Dezember 2019 an. Zusammen mit dem bereits bestellten Flottenausbau soll sich die Zahl der Züge von zurzeit 164 auf 184 in drei Jahren erhöhen. Horch: „Mit der Beschaffung weiterer neuer Züge werden wir den Fahrgästen ein deutlich verbessertes Angebot machen.“

Die neuen Fahrzeuge sollen vor allem auf den Strecken der Innenstadt und in Hamburgs Süden für Entspannung sorgen. Laut Horch werden auf der Linie S11 Kurzzugfahrten (Züge mit drei Waggons) auf Vollzüge (sechs Waggons) umgestellt; dafür seien sechs neue Fahrzeuge erforderlich. „Mittelfristig“ wird nach den Planungen auch die Kapazität zwischen Ohlsdorf und Flughafen (S1) durch Vollzugeinsatz erhöht. Auf der Linie S 3 sollen im Abschnitt Neugraben-Innenstadt-Elbgaustraße mehr Langzüge mit neun Wagen verkehren, wofür vier zusätzliche Fahrzeuge gebraucht werden.

Steige die Nachfrage zwischen Innenstadt und Harburg weiter, will der Senat eine Verstärkerlinie S 32 auf die Schiene bringen. Dies könne aber frühestens 2020/2021 geschehen, schränkte der Senator ein; bisher war die S 32 für 2018 im Gespräch. CDU-Oppositionsführer André Trepoll zeigte sich enttäuscht darüber: „Die Verzögerung ist ein verkehrspolitischer Offenbarungseid.“

Erwartungsgemäß hat die Rathausregierung den Bau des neuen S-Bahnhofs Ottensen beschlossen. Die Station liegt auf halbem Weg zwischen den Haltestellen Altona und Bahrenfeld an der Strecke der S 1/S11 (Poppenbüttel-Wedel). Baubeginn soll laut Horch in zwei Jahren sein, die Inbetriebnahme könnte Ende 2020 erfolgen. Der neue Bahnhof soll die rundherum entstehenden Wohngebiete anbinden, vor allem die Neue Mitte Altona. Die Planer rechnen mit 5000 Fahrgästen täglich. Die Kosten von 22,6 Millionen Euro trägt der Bund.

Zerschlagen haben sich aber Hoffnungen, die Stadt könnte auf eigene Kosten ein längeres Bahnsteigdach spendieren. Die S-Bahn zahlt lediglich eine 28 Meter-Überdachung, womit vier Fünftel des Mittelbahnsteigs im Freien liegen werden. FDP-Verkehrsexperte Wieland Schinnenburg: „Ein Witz. Der Senator lässt die Fahrgäste im Regen stehen.“

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erstellt am 08.Nov.2016 | 18:36 Uhr

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