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Hamburg

07. Dezember 2016 | 19:18 Uhr

Dr. August Oetker KG : Maersk übernimmt Container-Reederei Hamburg Süd

vom

Dr. Oetker ist nicht nur Pudding, Pizza und Backmischung. Zum Konzern mit den bekannten Marken gehört auch eine Reederei. Die hat zwar in den vergangenen Jahren viel Umsatz beigesteuert. Jetzt aber ist Schluss damit.

Hamburg | Seit 80 Jahren gehört die Schifffahrtssparte zur Oetker-Gruppe, jetzt ist Schluss damit. Die Dr. August Oetker KG verkauft die Hamburg Süd mit allen Aktivitäten, Tochtergesellschaften und dem wesentlichen Geschäftsvermögen. Oetker verliert damit rund die Hälfte seines Umsatzes von rund zwölf Milliarden Euro.

Wie das Familienunternehmen am Donnerstag bekanntgab, wurde bereits ein Vorvertrag mit dem globalen Marktführer Maersk Line A/S aus dem dänischen Kopenhagen unterzeichnet. In den kommenden Wochen soll ein Kaufvertrag verhandelt werden. Wenn die Kartellbehörden zustimmen, soll der Verkauf bis Ende 2017 umgesetzt werden. Zum Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden, sagte Oetker-Sprecher Jörg Schillinger der Deutschen Presse-Agentur. Dänische Banken gehen von einer Summe zwischen zwei und vier Milliarden Dollar (1,8 bis 3,7 Milliarden Euro) aus.

Steigender Kapitalbedarf

Grund für den Verkauf ist ein steigender Kapitalbedarf, der sich aus der aktiven Teilnahme an dem derzeit stattfindenden Konsolidierungsprozess ergibt, heißt es in einer Mitteilung. Weil das den Risikoausgleich innerhalb der Oetker-Gruppe empfindlich stören würde, habe man sich dazu entschlossen, sich von der Hamburg Süd zu trennen.

Im Vergleich zu ihren Konkurrenten stehe die Reederei allerdings gut da. Zwar fahre die globale Containerlinienschifffahrt bei steigenden Überkapazitäten seit Jahren hohe Verluste ein. Doch die Hamburg Süd sei deutlich über dem Markt gewachsen.

Wie aus der Mitteilung hervorgeht, zählt die Hamburg Süd mit einem Transportvolumen von rund 4,1 Millionen TEU (twenty-foot-equivalent units, also 20 Fuß Container) und einer Stellplatzkapazität von rund 625.000 TEU zu den zehn größten Containerlinienreedereien der Welt. Die Reederei hat knapp 6000 Mitarbeiter.

Der geplante Verkauf zeigt nach Ansicht des Verbands der Deutschen Reeder, dass der Standortwettbewerb noch härter wird. „Die durch die langjährige Schifffahrtskrise ausgelöste Konsolidierung und Internationalisierung der Branche ist in vollem Gange“, sagte Ralf Nagel, Geschäftsführendes Präsidiumsmitglied, in Hamburg. „Neue Kapitalgeber - vor allem aus Europa, den USA und China - vergleichen Standorte weltweit.“ Gebraucht würden zusätzliche gemeinsame Anstrengungen aus Politik und Wirtschaft, um Deutschland als Schifffahrtsstandort dauerhaft im Spitzenfeld zu halten.

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erstellt am 01.Dez.2016 | 11:57 Uhr

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