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Hamburg

04. Dezember 2016 | 19:27 Uhr

Neuer Volkspark in der HafenCity : Lohsepark in Hamburg schon vor Eröffnung gut besucht

vom

Die Anwohner haben den Lohsepark bereits in Beschlag genommen. Er wird ab Freitag mit Veranstaltungen und Konzerten eröffnet.

Hamburg | Die untersten Zweige sind schon leergepflückt. Beherzt haben die Anwohner im Lohsepark in diesen Tagen zugegriffen und mit der Süßkirschenernte begonnen – und damit die erste Grünoase in der Hafencity noch vor deren Eröffnung in Beschlag genommen. Der Park im Herzen des Stadtteils ist nach langer Vorplanung fertig, am Wochenende wird dies zwei Tage lang gefeiert.

Die offizielle Eröffnung des Lohseparks übernimmt am Freitag ab 13 Uhr Bürgermeister Olaf Scholz (Hauptbühne im Zentrum des Parks). Danach wird zwei Tage bei freiem Eintritt gefeiert, am Sonnabend bis 21 Uhr, am Sonntag von 10 bis 19 Uhr. Auf dem Programm stehen viel Musik (Stargast: Y’akoto, Sonnabend 20 Uhr), Führungen zu Natur und Architektur, Kinderunterhaltung sowie eine ökumenische Segensfeier (Sonntag, 14 Uhr).

Anfassen und sich aneignen ist durchaus gewollt in dem Mini-Central Park. „Es ist ein Park in der Tradition des Hamburger Volksparks“, sagt Hafencity-Geschäftsführer Jürgen Bruns-Berentelg bei einer Begehung der Grünachse, die sich im Osten der Hafencity über eine halben Kilometer von Norden bis zur Elbe zieht. „Es gibt viele Obstbäume, an denen sich jedermann bedienen darf“, stellt Park-Projektmanager Andreas Schneider klar. Neben Kirschen wachsen vor viele Apfelbäume.

Kein Zweifel: Der Lohsepark ist mehr handfeste Freizeitfläche als meditative Idylle für Großstadtmüde. Zwischen größeren Rasenflächen und Baumgrüppchen sind viele Sitzgelegenheiten und Spielinseln verteilt, mit Rutschen, Schaukeln, Slack-Lines und mehr. „Fußballspielen auf dem Rasen ist erlaubt“, betont Bruns-Berentelg. Kein Wunder, schließlich hat der Hafencity-Nachwuchs ein gewichtiges Wörtchen mitgeredet. Kinder und Jugendliche aus dem Stadtteil gaben bei einem siebentägigen Workshop ihre Wünsche zu Protokoll. „Das hat die Pläne nicht unerheblich verändert“, sagt der Hafencity-Chef und blickt sich ein wenig stolz um.

Eine neue grüne Lunge mitten in der City.
Eine neue grüne Lunge mitten in der City. Foto: Thomas Hampel
 

Der Lohsepark im Telegrammstil: 4,4 Hektar groß, 550 Meter lang, 100 Meter breit, 460 Bäume, 430 Sitzplätze. Die Kosten liegen bei 15 Millionen Euro. Eine Besonderheit sind die vier Eingangsbereiche, „Bastionen“, wie Bruns-Berentelg sie nennt. Die Terrassen verbreiten südfranzösisches Flair, öffnen nicht nur den Park zur Umgebung hin, unter Baumreihen sind auch Flächen für Boule entstanden. Ein Volkspark eben.

Wer lange Sichtachsen erwartet, wird enttäuscht sein. Der Park liegt vollständig in einer Mulde, die Landschaftsarchitekten des Büros Vogt aus Zürich haben obendrein einige Hügelchen modelliert. Das hat viel Charme, einen Blick auf die Elbe erlaubt diese Topographie nicht.

Ganz bewusst und keinesfalls versteckt will der Lohsepark aber auch an finstere Jahre der Hamburger Geschichte erinnern. Auf dem Gelände lag einst der Hannoversche Bahnhof, von wo aus die Nazis zwischen 1940 und 1945 fast 8000 Menschen in den sicheren Tod schickten. Eine lange Schneise zieht sich nun mittig durch den Park und markiert den früheren Gleisverlauf. Am Ende der Achse entsteht ein Gedenkort, der mit Namensschildern an jeden einzelnen der 7692 Deportierten erinnern wird.

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erstellt am 07.Jul.2016 | 17:53 Uhr

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