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Hamburg

26. August 2016 | 10:24 Uhr

Thorsten Salamon aus Hamburg : Leukämie – ein Notarzt braucht dringend Hilfe

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der 53-Jährige bekommt im November die schockierende Diagnose. Seine Kollegen wollen helfen – mit einer Typisierungsaktion.

23 Jahre lang flog Thorsten Salamon mit dem ADAC-Rettungshubschrauber „Christoph Hansa“ zu Notfällen in Hamburg und Umgebung. Mehr als 14.000 Einsätze hat der leitende Notarzt bewältigt. Nun ist er selbst auf Hilfe angewiesen. Im November wurde bei dem 53-Jährigen aus Hamburg-Bergedorf eine schwere Leukämie (Blutkrebs) diagnostiziert. Seine Kollegen im Unfallkrankenhaus Boberg und des ADAC unterstützen ihn und wollen einen passenden Knochenmarksspender finden.

Pro Jahr erkranken in Deutschland etwas mehr als 11.400 Menschen an Leukämien. Das entspricht 2,4 Prozent aller Tumorerkrankungen. Im Vergleich zu anderen Krebserkrankungen sind Leukämien daher relativ selten. Zum Vergleich: Pro Jahr erkranken 71.700 Frauen in Deutschland an Brustkrebs, über 35.000 Männer an Darmkrebs.

Salamon hat dem Tod oft genug ins Gesicht geschaut. Er erinnert sich an einen jungen Polizisten, der Anfang 1997 von einem Rechtsextremisten an der Autobahn 24 bei Hornbek erschossen wurde. Der Anblick sei schrecklich gewesen. „Wenn jemand von unseren Kollegen – und dazu gehören Polizisten – abgeknallt wird, ist das schon was Besonderes“, sagt Salamon.

Besonders anstrengend seien immer auch Einsätze zur Rettung von Kindern, etwa bei plötzlichem Kindstod. „Die Säuglinge sind schon tot. Man kann ihnen nicht mehr helfen“, erklärt Salamon, der selbst vier Kinder hat. Aber der Notarzt muss es den Eltern dann sagen. „Die Mütter sind extrem hysterisch, flippen völlig aus, was man verstehen kann, aber es ist extrem belastend, weil man nicht helfen kann.“

Vergessen könne er auch einen Schuljungen nicht, der vor zehn Jahren in der Nähe von Lüneburg verunglückte. Der etwa Zehnjährige war aus einem Schulbus ausgestiegen und von einem Auto erfasst worden. Als Salamon den lebensgefährlich verletzten Jungen versorgte, kam die Mutter hinzu und sagte, dass an derselben Stelle schon ein anderes Kind von ihr tödlich verunglückt sei. Er habe ihr nur sagen können, dass er das Kind in ein Krankenhaus bringe, in dem das Bestmögliche getan werde.

Seine Kollegen wollen nun auch das Bestmögliche für Salamon. Dem öffentlichen Aufruf zu einer Typisierungsaktion, bei der mögliche Knochenmarkspender gesucht werden, habe er nur zugestimmt, weil damit auch anderen Leukämie-Patienten geholfen werden könne. „Da gibt’s ganz viele ,arme Schweine‘, die ihr Leben noch vor sich haben“, sagt Salamon. Die Spender werden von der DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei registriert. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Patient einen passenden Spender findet, liegt nach Angaben der Stiftung im günstigsten Fall bei 1:20.000.

Die Hilfsaktion findet am Sonnabend, den 30. Januar von 10 bis 15 Uhr in der Grundschule West in Bad Oldesloe statt. Registrieren lassen kann sich jeder zwischen 17 und 55 Jahren. Die Registrierung erfolgt durch eine minimale Blutabnahme. Vor dieser wird ein kleiner Fragebogen gemeinsam mit einem kompetenten Ansprechpartner ausgefüllt. Aktuelle Informationen gibt es in einer eigens für Salamon eingerichteten Facebook-Seite unter facebook.com/helftthorsten.

 

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erstellt am 19.Jan.2016 | 17:50 Uhr

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