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Hamburg

09. Dezember 2016 | 01:06 Uhr

Hafenfirmen sind sauer : Langsames Internet – „Unhaltbare Zustände“ im Hamburger Hafen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Unternehmensverband schlägt Alarm − Hamburg lässt acht Millionen Euro vom Bund für schnelles Internet liegen.

Hamburg | Die Hamburger Hafenfirmen sind sauer: Miserables Internet, schlechte Telefonverbindungen und alte Leitungen behindern ihren Handel. In den drei Hafen-Stadtteilen Waltershof, Altenwerder und Steinwerder können je nach Standort nur null bis vier Prozent der Betriebe auf schnelle Internetzugänge zurückgreifen.

Kaum eine Firma funktioniert heute ohne IT. Da muss die Infrastruktur - angepasst an die umgewälzten Datenmengen - stimmen, damit Unternehmen konkurrenzfähig bleiben.

Das sind „unhaltbare Zustände für Firmen, die Welthandel treiben“, sagt Gunther Bonz, Präsident des Unternehmensverbandes Hafen Hamburg, der 130 Hafenfirmen vertritt. Teilweise würden Mitarbeiter inzwischen große Datenmengen von zuhause verschicken. „Wir arbeiten hier unter Bedingungen wie im Dampfmaschinenzeitalter“. Die Untätigkeit des Hamburger Senats und der Wirtschaftsbehörde gefährdeten die Wettbewerbsfähigkeit der im Hafen tätigen Unternehmen, sagt der Verbandspräsident.

Tatsächlich hat der Hamburger Senat bereits im Juli vergangenen Jahres acht Millionen Euro vom Bund für den Ausbau des schnellen Internets erhalten, bis Juli 2017 werden es in zwei weiteren Schritten 15 Millionen sein.

Investieren will die Stadt aber erst, wenn die komplette Summe überwiesen ist und sie sich einen Überblick verschaffen konnte über die Zustände in allen Hamburger Stadtteilen. Denn nicht nur die Hafenwirtschaft, auch private Haushalte müssten von der Förderung durch den Bund profitieren. Derzeit lässt die Stadt sämtliche unterversorgte Gebiete von einem Dienstleister erfassen.

Für den wirtschaftspolitischen Sprecher der FDP-Fraktion, Michael Kruse, ist die „Schlafmützigkeit des rot-grünen Senats beim Thema Breitbandausbau nicht zu überbieten“, wenn er noch immer nicht wisse, welche Gebiete innerhalb Hamburgs davon profitieren sollen. Wenn der Senat weiter im „Modem-Tempo“ vor sich hinarbeite, werde ein „großer Teil Hamburgs weiterhin in der digitalen Steinzeit leben und arbeiten“.

Immerhin haben die entsprechende Kleine Anfrage seiner Fraktion an den Senat und die lauter werdenden Beschwerden der Hafenfirmen Bewegung in die Sache gebracht: Die Stadt ist aktiv geworden und hat alle Beteiligten sowie den Konzern Telekom für den 17. September zu einem Spitzengespräch in Hamburg eingeladen.

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erstellt am 09.Aug.2016 | 18:50 Uhr

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