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Hamburg

02. Dezember 2016 | 19:06 Uhr

Ebay, Ticketbörsen und Schwarzmarkt : Konzerte in der Elbphilharmonie: Ticketpreise explodieren wie die Baukosten

vom
Aus der Onlineredaktion

34.359 Euro für ein Ticket: Vor der Eröffnung im Januar wollen Schwarzhändler und Spekulanten den großen Reibach machen.

Hamburg | Massive Kostensteigerungen von bis zu 1000 Prozent machten die Hamburger Elbphilharmonie vom Prestige- zum Skandalobjekt. Mit einem Late-Night-Konzert am 11. Januar 2017 eröffnet das Konzerthaus seine Pforten. Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz beteuert seinen Wunsch, dass jedes Hamburger Kind in seiner Schulzeit einmal einem Konzert in der „Elphi“ beiwohnen soll. Doch die Tickets sind erstmal knapp. 92 Tage vor dem Start schießen die Ticketpreise bei Ticketbörsen, Ebay und Co. in die Höhe.

Jetzt, wo die Elbphilharmonie nach etlichen Querelen und fast zehnjähriger Bauzeit vor der Eröffnung steht, wollen viele Menschen sich die Bau und Akustik einmal zu Gemüte führen.  Das könnte ein gutes Geschäft werden für Schwarzhändler.

Ein Ebay-Händler verkauft zwei Karten für das Eröffnungswochende mit dem Chicago Symphonie Orchestra F Reihe 1 für 830 Euro. Andere verlangen um die 100 Euro, was noch verhalten ist. Für das Konzert Cecilia Bartoli - La Cenerentola am 13. Februar 2017 sind die Preise für die einfachste Kategorie fernab der Bühne bei Viagogo auf 219,37 Euro pro Ticket angestiegen plus beträchtliche Nebenkosten. Gewürzt wird das aktuelle Preisschild mit der rot eingefärbten Zeile „In den letzten 3 Tagen sind die Preise gestiegen!“ Der Ursprungspreis lag bei 60 Euro. Wer Paolo Conte am 25.2.2017 erleben will, muss für ein Ticket mit „uneingeschränkter Sicht“, aber ohne nähere Platzangabe exklusive Nebenkosten bis zu 1.321,50 Euro hinlegen. Der maximale Originalpreis lag bei 160 Euro.

Foto: Screenshot Elbphilharmonie

Lang Lang am 25. März vermag diesen Irrsinn noch zu toppen. Ein Anbieter verlangt sage und schreibe 34.359 Euro für sein Ticket. Während das nächstliegende Angebot über 4316,90 Euro noch den Vorteil bietet, dass der Platz nebenan auch zu haben ist, wäre man hier ganz allein zwischen Fremden.

Offen ist, ob sich für solche Tickets letztendlich ein Käufer findet. Meist treiben solche Wucher-Angebote aber die allgemeinen Preise hoch und verändern das Preisempfinden. Die Hemmschwelle der Musikfans wird letztendlich wohl sinken, sich dem Preisniveau der Händler zu beugen.

Die Elbphilharmoinie hatte zuvor die maximale Ticketzahl pro Person auf sechs gedrosselt, um Entwicklungen wie diesen entgegenzuwirken. Genützt hat es nicht viel. Kostengünstige Lockangebote gibt es über die „Konzerte für Hamburg“, die 60.000 Tickets auf mobilen Ständen in Hamburg zu Preisen ab sechs Euro verkauft, um zukünftige Klassik-Fans zu generieren. Denn die Elphi soll schließlich ein „Haus für alle“ werden, sagt Kulturstaatsrat Carsten Brosda (SPD).

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erstellt am 11.Okt.2016 | 14:00 Uhr

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