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Hamburg : Kessler-Grundel: Neue Fischart in der Elbe nachgewiesen

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Der Fisch lebt eigentlich am Schwarzen Meer. Vermutlich kam er im Ballastwasser von Schiffen in die Elbe.

Hamburg | Willkommen in der Elbe: Ein Forschungsteam vom Zentrum für Naturkunde der Universität Hamburg hat eine neue Fischart in der Elbe nachgewiesen. Die Kessler-Grundel, nach dem Zoologen Karl Fjodorowitsch Kessler benannt, ist ein maximal 22 Zentimeter langer Fisch, er lebt am Gewässerboden und ernährt sich von wirbellosen Tieren und kleinen Fischen. Es ist die nördlichste Sichtung dieser Fischart bisher, wie die Wissenschaftler berichten. Dazu befragten wir den Leiter des Forschungsteams, Professor Dr. Ralf Thiel.

Der Kessler-Grundel ist an den nordwestlichen Schwarzmeer-Küsten und den dort angrenzenden Flüssen zu Hause. Wie kam er in die Elbe?

„Eine mögliche Erklärung ist der Transport im Ballastwasser von Schiffen. Schiffe nehmen sogenanntes Ballastwasser auf, um ihre Stabilität zum Beispiel bei Leer-Transporten zu erhöhen.“

Könnte Ihre Entdeckung Folgen haben für die geplante Elbvertiefung wie der Schierlings-Wasserfenchel?

„Nein, die Kessler-Grundel ist nicht geschützt. Mit der Elbvertiefung hat das gar nichts zu tun.“

Kann man den Fisch angeln und essen?

„Ja, man kann ihn fischen, und in den Regionen, wo er heimisch ist, wird er auch konsumiert.“

Ist der Nachweis dieser neuen Fischart nun eine gute Nachricht?

„Teil, teils. Er bleibt sicherlich nicht ohne Folgen, weil Nahrungsressourcen für andere Fische schrumpfen. Andererseits verbessert sich mit ihm das Nahrungsangebot für Raubfische. Im Nord-Ostsee-Kanal wachsen zum Beispiel die Zander besser, seitdem dort die Schwarzmundgrundel, also ein Verwandter des Kessler-Grundel, lebt.“

Wie oft kommt es vor, dass neue Fischarten in der Elbe entdeckt werden? Ist das etwas Besonderes?

Die Sichtung neuer Fischarten in der Elbe ist schon etwas Besonderes. So haben wir die Schwarzmundgrundel in der Elbe erstmalig in 2008 festgestellt, also immerhin sieben Jahre vor dem Erstnachweis der Kessler-Grundel in 2015.

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erstellt am 09.Mär.2017 | 07:33 Uhr

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