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Hamburg

08. Dezember 2016 | 15:30 Uhr

„Die Höhle der Löwen“ 2016 : „Kale&Me“: Hamburger Unternehmer können TV-Jury nicht überzeugen

vom

Die Juroren wollten nicht investieren. Aber das macht nichts. Das Start-Up „Kale&Me“ fand anderswo Unerstützung.

Hamburg | Das junge Unternehmen „Kale&Me“ aus Hamburg stellte Dienstagabend vor einem Millionenpublikum bei „Die Höhle der Löwen“ ihre Saftkuren vor. Die Investoren sollten in ihr Unternehmen investieren, doch das taten sie nicht. Dennoch half das Zusammentreffen den Gründern ihr Unternehmen voran zu bringen.

Die Sendung wurde zwar jetzt erst bei Vox ausgestrahlt, doch die Aufzeichnung liegt schon ein halbes Jahr zurück. Viel Zeit, in der sie ihr Unternehmen weiter ausbauen konnten. Alleine. Eigentlich wollten Annemarie Heyl (29), Konstantin Timm (25) und David Vinnitski (23) mit ihrer Geschäftsidee einen Unternehmer überzeugen in ihr Geschäft 200.000 Euro zu investieren.

Sie heißen Pamela Pine, Catie Carrot oder Kalvin Kale: Die Säfte von Kale&Me beinhalten nur reines Obst und Gemüse. Die drei Jungunternehmer haben ihre Säfte eigens gemischt und entwickelt - ohne Zusatzstoffe, kaltgepresst und unpasteurisiert, produziert in der Lüneburger Heide aus regionalen Produkten. In einem innovativen Druckaufbauverfahren werden bei der Abfüllung alle Bakterien getötet, die Vitamine aber erhalten und länger haltbar gemacht. Die sieben Säfte sind durchnnummeriert - und lassen sich mit Anleitung als Saftkur benutzen. Drei Tage lang ersetzen sechs Säfte aus Gemüse und Obst komplett die feste Nahrung und sorgen so für eine Entgiftung des Körpers. 4,50 Euro kosten 320 ml. Verkauft werden die Säfte überwiegend in ihrem Onlineshop. Die Idee dazu stammt aus Kapstadt, wo Saftkuren und frisch gepressten Säften viel weiter verbreitet sind. Inzwischen ist der Hype um gesunde Säfte und Smoothies auch in Deutschland angekommen.

Seit März 2015 besteht die Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Alle zwei bis drei Wochen produzieren Annemarie Heyl, Konstantin Timm und David Vinnitski in einer Mosterei in Eigenregie rund 800 Flaschen, aktuell sind es jede Woche bis zu 17.000 Flaschen. Die Hamburger haben ihre Jobs aufgegeben, um sich ihrem Unternehmen komplett zu widmen. Doch das Geld für Marketing fehlte. Ende 2015 bekamen sie Unterstützung von einem ersten Investor. Wenige Monate später kam das Angebot an der TV-Gründersendung teilzunehmen. Sie sagten zu.

Vor einer Woche startete die dritte Staffel der VOX-Gründer-Show „Die Höhle der Löwen“ mit 2,63 Millionen Zuschauern. Die Investoren Judith Williams, Jochen Schweizer, Frank Thelen, sowie Ralf Dümmel und Carsten Maschmeyer sind auf der Jagd nach Gründern, deren Firmen sie mit Erfahrung und Kapital zum ganz großen Erfolg führen können. Annemarie Heyl, Konstantin Timm und David Vinnitski wollten genau das: ihre Erfahrung und ihr Kapital. Zwar waren die Investoren sehr angetan von den drei Hamburgern: „Ihr seid auf dem richtigen Weg“ - doch investieren wollten sie am Ende nicht.

<p>Investorin Judith Williams schmeckte der Saft aus Apfel, Ananas, Gurke, Zitrone und Minze. Investieren wollte sie aber nicht.</p>

Investorin Judith Williams schmeckte der Saft aus Apfel, Ananas, Gurke, Zitrone und Minze. Investieren wollte sie aber nicht.

Foto: VOX / Bernd-Michael Maurer
 

Zu ungenau waren ihnen die Gründe, das Alleinstellungsmerkmal der Säfte. Doch geschmeckt hat es ihnen allen. „Wir hätten so gerne mit einem der Investoren zusammengearbeitet, um ihr Knowhow nutzen zu können“, erzählt Konstantin Timm. „Insgeheim hatten wir ja auf Judith Williams oder Frank Thelen gesetzt“, so Annemarie Heyl. „Doch sie haben uns geholfen weiter zu denken. Wir müssen ebenfalls auf den Offlinemarkt setzen“, so David Vinnitski. Die Gründer stellten einen Vertriebsleiter ein. Mittlerweile gibt es ihre Produkte in 19 Reformhaus-Filialen zu kaufen, hinzu kommen Supermärkte und erste Restaurants und Cafés. „Für uns ist und bleibt der Onlinehandel aber enorm wichtig.“

Die Sendung am Dienstag haben die Gründer mit dem Team, Familien und Freunden geschaut. Sie sind alle müde und angespannt von den vergangenen Tagen. Vor vier Wochen erfuhren sie, dass ihr Beitrag gesendet wird. Seitdem wurden zusätzliche Produkte eingekauft, Lager angemietet und letztendlich das vierfache produziert. Nun hoffen sie statt Kapital einen gewissen Bekanntheitsgrad zu erlangen. Sie wollten vorbereitet sein, wenn ein Millionenpublikum von ihren Säften erfährt. „Damit erreichen wir nochmal eine ganz andere Zielgruppe“, so Annemarie Heyl. Nun haben sie rund drei Wochen Zeit die zusätzlich produzierten Produkte zu verkaufen. Denn nur so lange sind sie haltbar.

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erstellt am 30.Aug.2016 | 22:50 Uhr

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