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Hamburg

05. Dezember 2016 | 01:35 Uhr

Neues Album „Ich bin die“ : Ina Müller übers Kinderkriegen: „Nun rufe ich die Geister selber wieder“

vom
Aus der Onlineredaktion

Lange hat Ina Müller gehofft, dass die Fragen rund ums Kinderkriegen aufhören. Nun wird Janet Jackson mit 50 schwanger.

Hamburg | Mit 48 taufte Ina Müller ihr Album kurz und knapp „48“, drei Jahre später nennt die 51-Jährige ihr nächstes Werk nun „Ich bin die“. Und „die“ legt damit 13 neue Stücke vor, an denen sie mit eingeschworenem Team gearbeitet hat. Mit Freund Johannes Oerding komponierte sie nachts am Küchentisch, mit Texter Frank Ramond verfasste sie Zeilen über Themen, die Menschen in ihrem Alter bewegen. Etwa die Frage, wie das eigene Leben mit oder ohne Kind verlaufen wäre. Darüber sprach sie im Interview ebenso wie über einen Wunsch, den sie sich in London erfüllt hat: Für einen Sprachkurs drückte sie noch einmal die Schulbank.

Zur Person: Geboren im niedersächsischen Köhlen wuchs Ina Müller mit ihren vier Schwestern auf einem Bauernhof auf. Sie ließ sich zur pharmazeutisch-technischen Assistentin ausbilden und arbeitete in Apotheken, bevor sie plattdeutsch schnackend die Showwelt eroberte: zunächst als Teil des Kabarett-Duos Queen Bee, später als TV-Moderatorin und Sängerin.

Wie war es in London? Haben Sie zwei Monate durchgehalten oder nach einer Woche abgebrochen, wie Sie befürchtet hatten?

Ich habe den Kurs komplett durchgezogen, es war toll. Jeden Morgen um 7 Uhr aufstehen, zur Schule gehen und dann: „Good Morning, Mr. Taylor“ - ich habe mir da wirklich einen großen Traum erfüllt!

Gab es auch etwas, das Ihnen nicht so gefallen hat?

Ja, die übertriebene Höflichkeit der Engländer ging mir irgendwann auf die Nerven. Dieses ständige „sorry“! Mir den Einkaufswagen in die Hacken schieben, aber schon vorher „sorry“ sagen! Ich glaube, „sorry“ heißt in England eigentlich „selber schuld, du blöde Kuh“. Aber einmal im Jahr vier Wochen in dieser Stadt sein - das würde ich künftig schon gerne immer wieder machen.

Auf Ihrem neuen Album singen Sie über verpasste Chancen. Gab es bislang viele davon in Ihrem Leben?

Alle wichtigen Chancen, die sich mir boten und die ich erkannt habe, habe ich eigentlich genutzt. Glaub ich. Ich bin so oft abgebogen in meinem Leben, das soll mir erst mal einer nachmachen.

Im Song „Wie Du wohl wärst“ geht es darum, wie das Leben mit Kind wohl verlaufen wäre - eine sehr berührende Ballade.

Ich bemerke bei den Leuten, die den Song hören, eine gewisse Betroffenheit. Das wollte ich eigentlich gar nicht unbedingt, sondern viel mehr von dem Moment erzählen, den die meisten Frauen, die keine Kinder haben, wahrscheinlich auch kennen. Dass man sich ab und zu fragt: Wie würde es wohl aussehen? Wäre ich mit einem Mann zusammen geblieben, hätte ich mit ihm Kinder gehabt? Ich glaube auch, dass Frauen mit Kindern sich andersrum ebenfalls irgendwann fragen, wie ihr Leben wohl ohne Kind verlaufen wäre.

In Interviews wurden Sie auch oft aufs Kinderkriegen angesprochen.

Ja, und nun rufe ich die Geister selber wieder. Aber das Lied ist mir sehr wichtig. Ich selber wollte nie Kinder, aber mir ist aufgefallen, dass sehr viele Frauen zu dem Thema eine Geschichte haben, das war mir gar nicht so bewusst. Und dann immer die Frage: Na, wann ist es denn soweit? So etwas kann sicher auch sehr quälen. Ich selbst habe mich bis zum letzten Album immer gefragt: Wann hören die auf, zu fragen? Kriegen die eigentlich mit, dass man irgendwann auch mal zu alt für diese Frage ist? Und ausgerechnet jetzt wird Janet Jackson mit 50 doch noch schwanger!

Seit langem arbeiten Sie mit denselben Leuten zusammen. Ist Ihnen ein eingespieltes Team wichtiger als ein frischer Wind?

Ich krieg den frischen Wind zum Glück von den Leuten, die ich mir schon vor Jahren ausgesucht habe. Meine Musik war ja nie modernster Radiopop, und wir scheren uns auch nicht um Trends - und so soll es auch bleiben. Ich möchte lieber den Level halten, zusammen mit den Leuten, die mir vertraut sind, und mit Texten, die nah an mir dran sind, und Musik, die ich toll finde.

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erstellt am 26.Okt.2016 | 12:44 Uhr

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