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Hamburg

08. Dezember 2016 | 03:12 Uhr

Prozessbeginn in Hamburg : Illegales Autorennen: Tödlicher Übermut mit fast 400 PS

vom

Zwei Männern wird vorgeworfen, bei einer Wettfahrt einen tödliche Unfall verursacht zu haben.

Hamburg | Seit Donnerstag müssen sich in Hamburg zwei Männer vor Gericht verantworten, weil sie sich ein nächtliches Autorennen mit fatalem Ende geliefert haben sollen. Im Oktober 2015 hatte dabei ein Insasse (29) in einem der beiden Fahrzeuge tödliche Kopfverletzungen erlitten. Die Vorwürfe lauten auf fahrlässige Tötung und Gefährdung des Straßenverkehrs

Ob es wirklich ein illegales Kräftemessen war, das Alexander S. (29) und Xhulion Q. (28) damals mit ihren hochtourigen Fahrzeugen veranstalteten, blieb zu Prozessbeginn offen. Die Angeklagten wollten sich zur Sache nicht äußern. Einer von ihnen entschuldigte sich immerhin bei den Angehörigen des Getöteten. Dieser hatte auf der Rückbank des Mercedes CLK AMG (367 PS) gesessen, den Alexander S. in jener Nacht in Jenfeld mit rund 100 km/h gegen einen Laternenpfahl setzte.

Laut Anklage hatten die Angeklagten gemeinsam mit Freunden Geburtstag gefeiert, wollten dann in den beiden Autos zum Berliner Tor fahren. Q. habe am Steuer eines BMW seinem Kumpel S. im Mercedes „durch dichtes Auffahren, Betätigung der Lichthupe und mehrfaches Überholen zu einer Wettfahrt aufgefordert“, so die Staatsanwaltschaft. Trotz regennasser Straße sei S. „unter voller Beschleunigung“ in die Jenfelder Allee eingebogen, um den enteilten Q. einzuholen. Mindestens 100 km/h schnell war der Mercedes dabei laut Anklage, so dass er ins Schleudern geriet und auf dem Gehweg gegen einen Lichtmast prallte. Im Blut von Fahrer S. wurde später ein Alkoholwert von 1,0 Promille festgestellt.

Bei dem Aufprall erlitt der auf der Rückbank sitzende 29-Jährige ein Schädel-Hirn-Trauma und starb noch an der Unfallstelle. Ein weiterer Insasse im Fond des Wagens wurde lebensgefährlich verletzt, trug einen Schädelbasisbruch sowie Brüche der Wirbelsäule und des Brustbeins davon. Die Beifahrerin brach sich die Hand.

Ein Zeuge sagte aus, es habe sich nicht um ein Rennen, sondern lediglich um eine „Provokation“ gehandelt. Ein anderer berichtete, wie während der halsbrecherischen Fahrt im Auto Alkohol getrunken wurde. Der Prozess wird fortgesetzt.

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erstellt am 03.Nov.2016 | 18:19 Uhr

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