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Hamburg

23. Juli 2016 | 21:11 Uhr

Asylbewerber in Hamburg : Hunderte bei Demo gegen Großunterkünfte für Flüchtlinge

vom

Ja zur Integration, aber Nein zur Ghettoisierung: Die geplanten Unterkünfte ernten Kritik aus der Bevölkerung.

Hamburg | Mehrere hundert Menschen haben in Hamburg gegen ihrer Ansicht nach zu große Flüchtlingsunterkünfte demonstriert. Der Dachverband von sieben Hamburger Bürgerinitiativen hatte zu dem Protestzug am Donnerstag unter dem Motto „Integration JA, Olaf-Scholz-Ghettos NEIN“ aufgerufen. Die Polizei schätzte die Zahl der Demonstranten auf gut 500, Teilnehmer sprachen von rund 750. Angemeldet waren 1500 Menschen. Sie zogen zum Kongresszentrum CCH, wo der Stadtentwicklungs-Ausschuss der Bürgerschaft über das Thema beraten wollte. Auf der Tagesordnung stand eine Anhörung der Bürgerinitiativen.

Die Gegner der Großunterkünfte befürchten eine Ghettoisierung. Der Senat will in diesem Jahr knapp 40.000 weitere Plätze für Flüchtlinge bauen. Darunter sind auch 5600 Wohnungen als Folgeunterkünfte. Zum Teil sollen mehrere hundert Wohnungen an einem Platz entstehen, die größte mit 780 Wohnungen in Bergedorf.

Der Sprecher des Dachverbands, Klaus Schomacker, sagte, in der nächsten Woche würden weitere fünf Initiativen zum Dachverband stoßen. „Das ist wie ein Flächenbrand.“ Schomacker erklärte: „Es geht uns um Integration, nicht um Unterbringung.“ Die Initiativen wollten eine dezentrale Unterbringung und eine faire Verteilung. Hamburg habe 104 Stadtteile, aber 32 Stadtteile sollten nach den Senatsplänen 80 Prozent der Flüchtlinge aufnehmen. Die Bürger müssten zudem stärker beteiligt werden. Der Dachverband distanzierte sich ausdrücklich von jeder Art der Fremdenfeindlichkeit.

Zuletzt hatte sich der Senat gesprächsbereit gezeigt. Allerdings sehe man kaum eine andere Möglichkeit, kurzfristig so viele Plätze zu schaffen, hieß es. Die Bürgerinitiativen wollen eine Volksinitiative starten.

 

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erstellt am 11.Feb.2016 | 18:16 Uhr

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